Lucie Thomas und Thibault Zimmermann sind eigentlich Grafikdesigner. Zu ihren Kunden zählen renommierte Marken von Hermès bis Microsoft sowie zahlreiche internationale Magazine. Doch statt Tastatur und Computermaus benutzt das Duo mit dem Künstlernamen Zim&Zou lieber Papier, Schere und Kleber. Das Ergebnis: die spektakulärsten Bastelarbeiten, die wir je gesehen haben! Thibault, alias Zim, gewährt uns im Interview ein paar spannende Einblicke in seine kunterbunte Welt.

Hat jeder von euch seine eigene Rolle?
Ja, wir haben einen Produktionsprozess mit aufteilten Rollen. Bei der Ideenfindung allerdings machen wir alles gemeinsam. Jede Design-Entscheidung muss von beiden abgesegnet werden. In der Produktion selbst ist Zou verantwortlich fürs Kleben und Zusammensetzen, ich hingegen bin zuständig fürs Zeichnen der Muster und Dekorationen sowie fürs Schneiden. Ich muss zugeben, wir kennen uns sehr gut, schließlich arbeiten wir schon fast zehn Jahre zusammen… Ich könnte die rechte Seite einer Installation aufstellen und Zou die linke Seite, und da wäre keinerlei Unterschied.
Wie kommt es, dass ihr euch für diesen analogen Weg des Kreierens entschieden habt?
Wir haben beide eine Ausbildung in Grafikdesign abgeschlossen, bei der man lernt, am Computer zu entwerfen und Konzepte zu erstellen. Dennoch waren wir stets Bastelkinder, und so haben wir in unserer Freizeit immer mit echten Materialien gespielt. Wir hatten Spaß am Greifbaren. So etwas haben wir bei der Arbeit mit Pixeln nie im gleichen Maße verspürt. Als wir dann unser erstes Papierprojekt im Internet veröffentlichten, bekamen wir viel positives Feedback… und den ersten Kundenauftrag. Ab dem Moment beschlossen wir, uns auf Papierinstallationen zu fokussieren.
Benutzt ihr noch weitere Materialen?
Ja, wir probieren immer wieder andere Materialien als Papier aus. Wir haben schon Arbeiten aus Leder gefertigt, haben es mit Modelliermasse versucht sowie mit Holz und haben auch schon Buchstaben aus Faden hergestellt… Was wir aber am Papier so schätzen ist seine Fragilität, es verlangt so viel Aufmerksamkeit und Respekt. Zudem ist es sehr vielseitig, weil es in so vielen unterschiedlichen Grammaturen, Farben, Texturen etc. erhältlich ist.
Habt ihr ein Traumprojekt?
Unser Traum wäre es, eine begehbare Papierwelt zu schaffen, etwas wirklich Großes. Wir würden gerne eine Installation machen, durch die die Menschen durchlaufen können, völlig losgelöst von der Realität. Wie ein riesiges Papierhaus oder ein ganzer Wald. Das wäre verrückt!
Woher bekommt ihr eure Inspirationen?
Von überall her und von allem. Aber am meisten aus der Natur, denke ich. Wir finden auch Inspirationen in Bücher, Filmen (wir lieben die Animationsfilme von Miyazaki) oder Architektur.
Was ist euer Motto?
Unmöglich? Ok, lass es uns tun.