TASTING COLOURS - Y GOURMETRESTAURANT

Im kulinarisch ansonsten eher traditionellen Rheingau begeistern Simone Schiller-Yildirim, Ahmet Yildirim und ihr Küchenchef Karsten Fricke mit einem mutigen, modernen Fine Dining Konzept. Und beweisen, dass Hochgenuss nicht nur entspannt, sondern auch farbenprächtig sein kann.

COURAGE TO BE DIFFERENT

Mit seinem stilvoll-modernen, beinahe avantgardistischen Interieur, kräftigen Farben und stimmungsvoll akzentuierter Beleuchtung hebt sich das Y Gourmetrestaurant bereits optisch deutlich von seiner Umgebung im Zentrum der idyllischen Wein-, Sekt- und Rosenstadt Eltville ab.

Die Farben- und Formensprache ist an die der Y Weinmanufaktur angelehnt, die ebenfalls von Simone Schiller-Yildirim und ihrem Ehemann Ahmet Yildirim betrieben wird. Statt selbst Trauben anzubauen, arbeiten die beiden diplomierten Sommeliers mit Winzer:innen aus dem Rheingau, Rheinhessen, der Pfalz sowie anderen nationalen und internationalen Weinanbaugebieten zusammen und füllen die Weine als eigenständige Kollektion unter der Marke „Y“ ab, die für den Familiennamen steht. Um den Weintrinker:innen aus über 30 Ländern, in denen die Y Weine vertrieben werden, intuitiv und leicht verständlich die verschiedenen Lagen und Geschmacksrichtungen vermitteln zu können, hat jeder Wein ein individuelles Etikett in einer Farbe, die die jeweiligen Aromen zum Ausdruck bringt.

CENTRAL ROLE OF COLORS

Die Bedeutung von Farben für das Y Gourmetrestaurant, das zunächst als Vinothek und gastronomisches Pop-Up eröffnet worden war, erschöpft sich allerdings nicht in Interior Design und den sowohl glas- als auch flaschenweise ausgeschenkten Y Weinen. Sie sind ebenso das Leitmotiv des kulinarischen Konzepts. „Wir hatten ursprünglich eine Mischung aus Menü und à-la-carte Gerichten. Irgendwann kam dann die Idee, dass wir uns auf ein Menü konzentrieren und die Gänge fein und exklusiv machen“, erinnert sich Simone Schiller-Yildirim, und erläutert: „Wir wollten auch eine Geschichte erzählen und haben überlegt: Was liegt bei uns am nächsten? Wir standen in diesem bunten Restaurant, hatten den Blick auf unsere bunten Flaschen. Und kamen zu dem Schluss: die Farbe spielt bei uns von Beginn an eine zentrale Rolle. Warum nennen wir das Menü nicht ‚Tasting Colours‘ und halten jeden Gang in einer bestimmten Farbe? Deshalb ist jetzt über jedem Gang im Menü ein Farbpunkt abgedruckt und der Gang beziehungsweise alle Zutaten sind in dieser Farbfamilie gehalten. Dazu gibt es immer ein Kärtchen in der jeweiligen Farbe, auf dem erklärt wird, was auf dem Teller ist.“

CREATIVITY THROUGH LIMITATION

Die Verantwortung für die kulinarische Umsetzung dieser Idee trägt Karsten Fricke, der sein Handwerk über mehr als ein Jahrzehnt bei Spitzenköchen wie Dirk Schröer und Drei-Sterne-Kochlegende Thomas Bühner gelernt und verfeinert hat. Seine Gerichte zeichnen sich durch Kreativität, handwerkliche Präzision, geschmackliche Tiefe, Spannung und markante Aromen aus. Beste Produktqualität ist für den Küchenchef, der Kräuter zusammen mit seiner Tochter sammelt, unabdingbar: „Wir arbeiten mit vielen regionalen Produkten, aber nicht ausschließlich, da ich mich nicht zu sehr einschränken möchte. Wir verwenden oft die hessische Landgarnele, Stör aus Hessen und die Wispertalforelle. Edelpilze aus der Region haben wir fast immer auf der Karte, auch wenn es nur als Beilage ist. Ich nehme aber auch mal Hummer oder Kaisergranat ins Menü.“

Wir standen in diesem bunten Restaurant, hatten den Blick auf unsere bunten Flaschen. Und kamen zu dem Schluss: die Farbe spielt eine zentrale Rolle. Simone Schiller-Yildirim, Gastgeberin und Sommelière Y Gourmetrestaurant

ALL IN ORANGE

Dass seine Kreationen nicht nur in geschmacklicher Hinsicht harmonisch und stimmig sein müssen, sondern auch farblich passend, sieht Fricke als kreativen Anreiz und nicht als Beschränkung. Nicht selten liegt die Inspiration für ein Geschmacksbild und Farbschema in einem der verwendeten Produkte. Wie bei der in Miso gebeizten Forelle aus dem Wispertal, die zusammen mit Forellenkaviar, einer Krustentier-Mayonnaise, Baiser aus Krustentieren, Sanddorngel, geschmortem Kürbis, Sesam und einreduziertem Kürbissaft serviert wird. Alles in der Farbe Orange gehalten. „Die Lachsforelle wird mit Hummer beziehungsweise mit Garnelen gefüttert, um den Farbton zu erzielen. Da liegt es nahe, sie mit Krustentier zu kombinieren“, erläutert der Küchenchef.

GREEN & YELLOW COMPOSITIONS

Dass Karsten Fricke auch die feine Gemüseküche beherrscht, zeigen Gerichte wie sein blanchierter und gebratener Rosenkohl, den er mit Wirsing-Crème, Trüffel, gebackener Kartoffel, Kartoffel-Trüffel-Crème, gehobelten Maronen und Maronenkaviar in Szene setzt – natürlich in der Farbe Grün.

Beim süßen Finale zeigt sich Frickes mehrjährige Erfahrung als Chef-Pâtissier im damals mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichneten Restaurant Überfahrt am Tegernsee: die Kombination aus Gewürzananas mit Kardamom und Zimt, Ananassorbet, Pinienkerneis, Pinienkern-Curry-Crumble, Tomaten-Vanille-Vinaigrette und weißer Schokoladenmousse, in der Farbe Gelb, ist ebenso spannend wie köstlich.

INDIVIDUAL, SOPHISTICATED, RELAXED

Simone Schiller-Yildirim sorgt als herzliche und kundige Gastgeberin dafür, dass anspruchsvolle Küche und entspannte Atmosphäre kein Widerspruch sein müssen, und hat als Sommelière immer die perfekte Weinbegleitung im Blick. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Weinen aus dem Portfolio der Y Weinmanufaktur, aber die Flaschenweinkarte enthält auch viele spannende Positionen aus dem Rheingau und darüber hinaus.