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LIVING WITH MODERN ART

Es ist eine Kunst, das Wohnen mit Kunst. Wenn das Zuhause zu einem kunstvollen Ort oder einer privaten Galerie werden soll, ist zunächst die Frage: Welche Kunst passt zu mir? Krypto-Kunst, Miniatur Multiples oder die gute alte Fotokunst? Interior-Experte Thomas Tritsch weiß es ganz genau.

FROM CAVE TO LIVING ROOM

Wer vermisst schon gerne das Salz in der Suppe? Wohnen oder besser Leben mit Kunst ist eines der stärksten Themen in der Geschichte der Menschheit. Die 25 Handabdrücke von La Castillo in Spanien wurden vor 40.000 Jahren an die Wände einer Steinzeithöhle aufgetragen. Fünf Finger, darüber wie mit der Spraydose Ockerfarbe aufgetragen. Etwa drei Viertel aller farbigen Hände stammen von Frauen, auch Kinder und Jugendliche haben so ihre Spuren hinterlassen. Neuerdings gelten die berühmten Abdrücke als die ältesten Kunstwerke der Menschheit. Mit der Kultur kam die Kunst, der anatomisch moderne Homo sapiens verdrängte den letzten Neandertaler. Schon immer war der Mensch bemüht, sich selbst und seiner Umwelt ein Denkmal zu setzen. Ein Zeichen seiner Zeit und Sinnbild für die Themen, die ihn beschäftigen.

Wer heute mit Kunst wohnt, hat unendliche Möglichkeiten dies auszuleben. Angefangen bei Miniatur Multiples bekannter oder weniger bekannter Künstler, welche mit Sicherheit auch in der kleinsten Wohnung Platz finden und unaufgeregt jeden Umzug ohne Schaden überstehen. Joseph Beuys war bekannt dafür, eine unendliche Anzahl von Postkarten zu signieren und diese in Umlauf zu bringen. Ein kleiner oder auch großer Beuys steht, dank seiner Aura, jeder Wohnung gut. Dann kommt die Malerei als klassisches Medium, am liebsten mit Ölfarbe auf Leinwand und inzwischen sehr gern großformatig: schrill, bunt, konstruktiv, abstrakt, figürlich oder konzeptionell. Hier ist fast alles möglich und der Markt bedient jede Sparte. Ich mag Malerei sehr, weil sie auch ein Klischee ist. Wenn man Kunst malen würde, würde man ein Gemälde malen.

Fotokunst ist seit Jahren ein riesiges Thema. Am Anfang hat sie abgebildet, was wir sehen, wie die Malerei von vor knapp 100 Jahren. Heute ist es ein starkes eigenständiges Medium mit großer Beliebtheit. Hier ist es aber oft schwer zu erkennen, wo die Grenze zwischen guter Kunst und Gebrauchsfotografie liegt. Jeder hatte schon das Gefühl, ein gutes, einzigartiges Foto selbst gemacht zu haben. Instagram und unser iPhone sind voll davon.

DIGITAL ART

Videokunst oder besser NFT-Kunst (Krypto-Kunst) ist die aktuellste Gattung. „Non-Fungible Tokens“ (NFT) sind digital geschützte Objekte, die nicht kopiert werden können und nicht ersetzbar sind. Deshalb gilt NFT-Kunst als besonders wertvoll und ist sehr begehrt und die digitalen Kunstwerke erzielen Rekordpreise. Als Nachweis für die Echtheit dient besagter „NFT-Token“, der den alleinigen Besitzanspruch garantiert. Diese virtuelle Gattung befriedigt auch die größte Sammelleidenschaft auf engstem Raum. Digitale Kunst, speicherbar zu Tausenden auf einem Stick, abspielbar zu jeder Zeit und an jedem Ort, sofern man mindestens ein Smartphone hat. Es ist die Kunst der Zukunft und vermischt geschickt die analoge mit der digitalen Welt. Gut inszeniert auf einem hochkant gehängten Monitor mit Mediaplayer, kann man so sein eigenes Museum der Zukunft besitzen.

QUEENS CLASS

Die Königin für mich ist die Skulptur, wie sie in den Raum drängt und Platz für sich beansprucht. Sperrig, manchmal fragil oder auch bleischwer ist sie, je nach Größe, eine Herausforderung für jedes Umzugsunternehmen. Es gibt sie aus allen Materialien vom schweren Bronzeguss bis hin zu Papier, leicht verderblichem oder temperaturempfindlichem Paraffin. Der neueste Trend ist, nachdem man schon einen Pool und ein Cabrio hat, sich statt einem Baum eine Skulptur aus wetterfestem Material in den Garten „zu pflanzen“. Die Königsdisziplin ist aber die Installation und das Herstellen eines Kunstwerkes für einen Ort oder vor Ort. Es funktioniert nur hier und wurde geschaffen, um zu bleiben. Es ist die größte Entscheidung mit dem stärksten Willen. Es erfordert schon etwas Mut, etwas zu erwerben, was man vorher nicht gesehen hat. Es ist aber auch das schönste Gefühl, wenn es dann da ist – vorausgesetzt, es gefällt – weil es das Leben wirklich verändern kann.

MY ADDRESSES TO BUY ART IN FRANKFURT

Frankfurt ist zum Glück voll mit guter Kunst. Wir haben die schönsten Museen, etwa das Museum für Moderne Kunst (MMK), das Städel Museum oder die Schirn Kunsthalle, wo man sich inspirieren lassen und gedanklich auf die Reise gehen kann. Wem das nicht reicht, wird zum Kunstjunkie und begibt sich in die weite Welt: Biennale Venedig, Art Basel, MOMA New York, documenta Kassel oder die Fondazione Prada in Mailand sind die Hotspots. Wenn man dann soweit ist, sind meine Tipps zum Kaufen guter Kunst die Galerie Parisa Kind im Gutleutviertel und die Galerie Philipp Pflug Contemporary auf der Berliner Straße. Hier stimmen für mich die entspannte Beratung, das Portfolio, die Qualität und der Service bis hin zur Installation vor Ort.

Ich freue mich für Sie und wünsche ein erfülltes Leben mit guter Kunst!