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THE FRANKFURTER

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LET LOVE RULE

INTERVIEW MIT MATHIEU BITTON

Bat Out of Hell? Lederjacke, Tattoos und die vibrierende Präsenz eines Rockstars. Doch die Bühne überlässt Fotograf und Designer Mathieu Bitton anderen. Unsere Autorin Dr. Jutta Failing traf im Interview auf einen sanften Beobachter des Rockzirkus.

Er gilt als einer der härtesten Arbeiter in Hollywood. Mehr als 700 Plakate, CD- und Buch-Cover hat der gebürtige Pariser Mathieu Bitton – Sohn ägyptischer Juden – für die Giganten der Musikbranche gestaltet, außerdem Ikonen vor sein Objektiv geholt: Miles Davis, Mick Jagger, Lana Del Rey, Iggy Pop und viele mehr. Seit langem begleitet er Lenny Kravitz fotografisch und filmisch auf dessen Tourneen. Mathieu Bitton ist ein Besessener, rasch das Extrem suchend – keiner besitzt mehr Prince-Memorabilia und niemand sammelt leidenschaftlicher Filmplakate schwarzer Helden aus den 70er Jahren.

Deine Ausstellung in der Leica Galerie Frankfurt trägt den Titel „Darker Than Blue“. Warum?

Er stammt aus dem während der Bürgerrechtsbewegung der 1970er Jahre entstandenen Song von Curtis Mayfield “We People Who Are Darker Than Blue’. Ich fand, das ist der perfekte Titel für dieses Thema, das die Schönheit schwarzer Kultur in der Welt repräsentiert.

Gibt es ein Bild daraus, das dich besonders bewegt?

Ich fotografierte die Hand von Quincy Jones, und dabei erzählte er mir die Geschichte zu dem Ring, den er trägt, welcher von Frank Sinatra stammt. Die Emotion in seinem Gesicht, während er das erzählte, war mehr als magisch. So eine Legende, der größte und erfolgreichste Produzent aller Zeiten, spricht über eine andere Legende und über ihre enge Partnerschaft und Freundschaft. Das war schon, als würde ich Zeuge einer großen Liebe.

Eine Menge legendärer Musiker standen schon vor deiner Leica. Wer fehlt auf deiner Liste?

Traurigerweise wäre meine Nummer eins Prince. Als ich ihn das letzte Mal in Los Angeles sah, erzählte er mir noch, wie sehr er meine Fotos von Lenny Kravitz mochte. Ich hatte Gelegenheit, einige seiner Protegees zu fotgrafieren, darunter Andy Allo und Kandace Springs, und ich war mir sicher, er würde auch noch vor meine Linse treten. Leider starb er wenige Monate nach unserem letzten Treffen. Ich bin dankbar, dass ich zumindest ein paar Designs für ihn tätigen und ihn in ein paar Fragen beraten durfte.

Du als ewig Reisender: Wo relaxt Du?

Ich finde dort Entspannung, wo gute Musik gespielt wird. Ich kann auf den Bahamas sein, auf einer Farm sitzend und den Vögeln beim Singen schöner Melodien lauschend, oder beim Essen an Lenny's Strand, der das wahre Paradies ist. Doch ich glaube, der friedlichste Moment für mich ist jedes Mal wieder der Spaziergang, den ich mache, wenn ich in Paris bin und vom Zuhause meines Vaters nahe dem Louvre zu Serge Gainsbourg's Haus in der Rue de Verneuil gehe. Das ist meine friedliche Pilgerreise. Gainsbourg war für mich ein Gott.

Wann hast du deine Passion für die Fotografie entdeckt?

Als ich ein Teenager war schenkte mir mein Pate, der Designer Gerard Darel, eine Leicaflex, und ich dachte erst, sie sei kaputt, weil die Bilder nichts wurden. Ich brachte sie zur Reparatur und erfuhr, dass sie lediglich Batterien brauchte. Ich muss immer wieder lachen, wenn ich daran denke, wie ahnungslos ich damals war.

An was arbeitest du zurzeit?

Ich habe gerade das Shooting zu Lenny Kravitz' neuem Album “Raise Vibration” beendet, welches ich nun auch gestalte. Zudem starte ich ein neues Marvin Gaye Vinyl-Projekt.

Was warst du in deinem früheren Leben?

Ich glaube allmählich wirklich, dass ich ein schwarzer Jazz-Musiker war.