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THE FRANKFURTER

Next Level Productions GmbH
Max-Planck-Straße 18
61184 Karben

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Art

IN THE CLUB

CULTURE MADE IN FFM

Frankfurt ist einer der wichtigen Orte Europas, an denen die elektronische Musik, DJ- und Clubkultur gelebt und permanent weiterentwickelt wurde. Wir haben mit Protagonisten von einst und mit Machern von heute über das besondere Clubgefühl gesprochen - und haben für unser Covershooting Frankfurts meist erwartetes Club Opening, das im Frühjahr dem Lockdown zum Opfer fiel, zumindest vor der Kamera gefeiert. Freut euch auf spannende Einblicke und auf grandiose Bilder in Ardi Goldmans FORTUNA IRGENDWO!

Frankfurts Clubkultur. Ein weites Feld. Ohne sie wäre so manche coole Saat in Kunst, Design, Tanz und Mode nicht aufgegangen. In den Clubs dieser Stadt wurden eigene Musikgenres geschmiedet und Lebenswege geformt. Corona brachte Dürre, die Clubs mussten schließen. Ardi Goldmans experimentelle „Heilanstalt für Gemüts- und Nervenkranke", wie der Investor und „King Kamehameha"-Erfinder seinen neuen Club „Fortuna Irgendwo" umschreibt, will am 5. Mai nächsten Jahres endlich eröffnen, mit der Heidelberger Band DePhazz im exotischen Interieur zwischen Pool, Kuschel-Grotte und Oktopus-Bar. „Musik und Licht reichen heute nicht mehr", ist er überzeugt: „Die Menschen haben aufgehört zu träumen. Ein Club muss Geschichten erzählen, die bei jedem andere Bilder erzeugen. Dass es keinen roten Faden gibt, ist der rote Faden." Was früher harte Beats leisteten, nämlich in schwarzen Tanzhöhlen innere Reisen und Gemeinschaft zu erschaffen, sollen hier inspirierende Räume und Dinge tun. „Eine Freundin aus Berlin sagte neulich, ich würde noch zu sehr am Club-Gedanken hängen. Dabei möchte ich, dem Vorbild des Cirque du Soleil folgend, mit meinem neuen Konzept eine neue Ära einläuten. Ich glaube an Clubs!"

Als DJ habe ich Berufsverbot. Vielleicht kann das ‚Robert Johnson‘ erst Mitte 2021 wieder öffnen. Ata Macias

I WANNA GO BANG!

"Technoclub", "Music Hall", das "Omen" von dem Snap!-Produzenten Michael Münzing. In den späten Achtzigern und frühen neunziger Jahren kamen sie aus der ganzen Welt, um in den Diskotheken der Stadt abzufeiern. Frankfurt war Techno-Hauptstadt, bevor Berlin, London und Detroit ihr den Rang abliefen. Demokratisches Freitanzen zum wummernden Sound, schneller als House, friedlich, exzessiv - ein Lebensgefühl. Schweiß, der von der Decke tropft. Und der Traum, dass die Gesellschaft anders sein könnte. Namen wie DJ Talla 2XLC, Mark Spoon und DJ Dag wer- den legendär. Labels kommen und das „Delirium", jener Kult-Laden für Platten und Clubwear, geht irgendwann. Heute gibt es noch zwei rein elektronisch ausgerichtete Clubs: das „Robert Johnson“ am Kaiserlei von Athanassios Macias alias DJ Ata und das „Tanzhaus West“ im Gallus in den Räumen einer ehemaligen Druckfarbenfabrik. Beide sind derzeit geschlossen. Urgestein Macias freut sich über die große Solidarität: „Unsere Fundraising-Aktion ,See You Soon' läuft unglaublich gut. Alle kaufen Kunst, viele geben mehr.“ Zu verdanken hat er dies der engen Verbindung des international bekannten Clubs mit der Städelschule und der Offenbacher HfG.

CARAVAN OF EMOTIONS

Landregen nach Zeiten der Dürre verspricht ein neuer Ort gelebter Subkultur, das Museum of Modern Electronic Music (MOMEM). Spätestens 2021 soll der Erlebnisraum und vibrierende Hotspot an der Hauptwache eröffnen (s. Interview). Die Eröffnungsschau ist Sven Väth gewidmet. Er, die Techno-Gallionsfigur, die ambitionierte Clubsounds nach Ibiza brachte und in Frankfurt mit dem „Cocoon Club“ Geschichte schrieb, weiß, wie die Clubkultur heute erhalten bleiben könnte, wie er THE FRANKFURTER sagt: „Am besten Smartphones verbieten, denn nur so bleibt die Intimsphäre und das wahre Clubbing-Feeling erhalten."

THE CLUB IS THE STAR

Wer rein wollte, musste klingeln und dann vorbeikommen an Jackson, dem Türsteher. Eigentlich war es immer viel zu stickig im kleinen „Unity“, was an den vielen Gästen lag, die zu Funk und Soul tanzen wollten. Partymacher Mengi Zeleke, der in der „Batschkapp“, eines der ersten alternativen Zentren für Rockmusik in Deutschland, hinter der Bar gearbeitet hatte, führte mit seinen Brüdern das „Unity“. DJ Shantel legte hier regelmäßig auf. ,Es ging immer um Seele, Gleiches zieht Gleiches an", denkt Zeleke an diese Wunderjahre zurück. Noch immer hört der Gastronom und Netzwerker auf sein Herz. Heute schlägt das in seinem „Café Herz“, für Tobias Rehberger an der Fassade ein Neonschild kreierte.

GIRL, YOU KNOW IT'S TRUE!

Prince kam. Saß im „Funkadelic“ still in der Ecke. Als er dem DJ eine Kassette mit einem neuen Song zusteckte, waren die Funk-Fans aus dem Häuschen. Der Club entstand 1983 mitten in der Hip-Hop- und Breakdance-Welle und war über viele Jahre das Aushängeschild für Black Music aller Art. Im ,Cooky's" sollen Snoop Dog und die Rolling Stones gesehen worden sein. Die Nächte der Clubs: „Monza“, „Stereobar", „Plastik“ und andere Orte mit Kultstatus. Ein Melting Pot der Kreativität, ein Stück Kulturgeschichte. Viele, die hier agierten, avancierten von Pionieren zu erfolgreichen Labels-Chefs, Künstlern, Designern und auch Gastronomen wie etwa Julian Smith. Ardi Goldmann will es jetzt wieder wissen. Neue Geschichten erzählen im FORTUNA IRGENDWO. „Hedonistisch, lustvoll und ausschweifend", kündigt er das Feeling an. Entschleunigung ist das Zauberwort, die ,Patienten“, also Gäste, sollen bei experimenteller Musik, „kein Hip-Hop, kein Elektro“, entspannen. Ein Totenkopf aus Neonröhren lächelt hinter der Bar Memento mori. Bedenke, dass alles vergänglich ist. Außer hoffentlich die Clubkultur.

Unity‘ – der Name war Programm. Heute wird viel über Gemeinschaft gesprochen, in diesem Club haben wir sie unbewusst gelebt. Mengi Zeleke

Alex Azary, DJ, Musiker, Produzent, Musikverleger und designierter Leiter Museum of Modern Electronic Music (MOMEM), im Interview.

Kaum schien die Eröffnung sicher und eine Kooperation mit der Musikmesse war beschlossene Sache, kam Corona. Wie geht es jetzt weiter?

„Leider mussten wir bereits die für letztes Jahr geplante Eröffnungsschau ,Electro. From Kraftwerk to Daft Punk', die in Paris Zehntausende anzog und aktuell im Londoner Design Museum gastiert, absagen. Wir wollten eigentlich im Frühjahr 2020 eröffnen, dann kam der Lockdown. Wir stellen uns darauf ein, das Momem erst in 2021 starten zu können. Der Umbau der 900 Quadratmeter großen Fläche ist abgeschlossen, jetzt folgen die Einbauten. Zur Eröffnung erwarten wir bis zu 3- 5.000 Besucher, eigentlich ist auch. ein großes Fest an der Hauptwache geplant, das ist derzeit so nicht möglich.“

Was erwartet die Besucher im Museum?

„Streng genommen sind wir kein reines Museum. Wir verstehen uns mehr als Kunst- und Kulturzentrum, das die Clubkultur lebendig statt streng museal dokumentiert, aber auch deren nach wie vor aktuelle Schnittstellen aufzeigt, etwa zur Kunst. Es wird viele Veranstaltungen im Eventbereich geben. Künstler können ihre neuen Alben präsentieren, außerdem bieten wir ein Akademie-Programm mit Workshops und Seminaren. Fans finden im Museumsshop ausgewählte Bücher, CDs und Platten sowie Merchandising."

Hast du Exponate auf der Wunschliste?

„Daft Punk-Helme und ein ,Kraftwerk'-Roboter wären toll, unsere Sammlung steht am Anfang. Als ich zum érsten Mal ins ,Dorian Gray' kam, lief ,Kraftwerk' im Mix mit einem anderen Titel. Ich ging hin zum DJ, spürte die Bässe und wusste - hier findet die Zukunft statt! Doch wir wollen nicht nur Relikte zeigen, spannender finde ich nach der neuen Generation an den Decks und jungen Formaten zu fragen, DJs und Künstler wie Lionel Ludwig Röhrscheid, Sami Woeller oder im Veranstaltungsbereich die Bam-Bam-Sessions, um nur einige aus Frankfurt zu nennen.“

Du hast mit Sven Väth in der legendären Flughafen-Diskothek „Dorian Gray" aufgelegt, die sich ab vier Uhr morgens in ein Experimentlabor für elektronische Musik verwandelte. Woher dje Begeisterung für Musik?

„Mein erstes Konzert erlebte ich mit etwa acht Jahren, die Mutter meines Freundes kam mit. Alice Cooper, Supertramp, Status Quo und viele andere Bands traten auf. Meine Eltern waren tolerant, das Taschengeld ging für Platten und Konzerte drauf. In den Siebzigern waren Konzertbesuche was heute Clubnächte sind. 1991 habe ich dann das „XS“ eröffnet, 2003 das „Royal"., Diese Jugend- und Kulturbewegung hat insgesamt neue Perspektiven eröffnet für viele zu geänderten Lebensentwürfen geführt.“

In Kooperation mit unseren Partnern:

 

Models: www.eastwestmodels.de
Styling: www.wertheimvillage.de
Hair&MakeUp: www.famous-face-academy.com
Location: www.fortuna-irgendwo.de
Fotograf: www.knutwoerner.com