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THE FRANKFURTER

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HAND MADE IN GERMANY

A VISIT TO THE MEISSEN MANUFACTORY

An den blauen gekreuzten Schwertern erkennt man die älteste Luxusmarke der Welt. Für THE FRANKFURTER hat die berühmte Porzellanmanufaktur im sächsischen Meißen, wo 1710 die Porzellanherstellung Europas begann, die Türen zu ihren Werkstätten geöffnet. Exklusiv führte uns Meissen-Geschäftsführer Tillmann Blaschke durch das Reich des „Weißen Goldes“.

Die romantische Bilderbuchstadt Meißen, nicht weit von Dresden, ist das perfekte Entrée für die vitale Historie, die uns in den Produktionsbereichen der Porzellanmanufaktur Meissen empfängt. Fußläufig vom schönen alten Zentrum entfernt, liegt der legendäre Kosmos des Traditionsunternehmens, wo hinter einer ehrwürdigen Fassade wahre Schätze gehütet werden. Das Formenarchiv etwa, mit seinen 700.000 Gipsformen ist es der größte und weltweit älteste Bestand an Modell- und Arbeitsformen überhaupt. Wie bei einem Gang durch die Stilepochen reihen sich dort in langen Holzregalen das Kapital des Hauses dicht an dicht, ein gewachsenes Spektrum vom Rokoko über Klassizismus und Jugendstil bis zur Avantgarde des 21. Jahrhunderts – ein enormer Schatz. In einer der Werkhallen dann die „Schwerterei“, wo man sich überzeugen kann, dass die Schwerter wie seit jeher von Hand auf jedes Meissener Porzellan gemalt werden.

Wer Porzellan von Meissen kauft, erwirbt ein Stück Lebens-Kultur. Wenn es allein um Funktionalität geht, können Sie irgendeinen Teller nehmen. Die Frage ist: Was ist Ihr persönlicher Stil? Tillmann Blaschke

Die Seele des Porzellans zu erfassen, ist eine hohe Kunst – vollendet beherrschen dies die Porzellanmaler und Porzellanmalerinnen, von denen manche, wie wir erfahren, aus Familien stammen, die bereits in dritter und vierter Generation in der Manufaktur allerfeinste Pinselarbeit leisten. Der Nachwuchs wird wie bei den Modelleuren über Jahre von eigenen Spezialisten ausgebildet, tradiertes Know-how und die 10.000 eigenen Farbrezepturen, mit Pulver und Öl angemischt, werden geheim gehalten. Eine fast heilige Stille herrscht in den Ateliers, man könnte ein Pinselhaar fallen hören, so konzentriert wird an Tellern, Vasen und limitierten Meisterstücken gearbeitet.

WHITE BEAUTY

Am Anfang sind Kaolin, Feldspat und Quarz. Wie schon vor 300 Jahren. „Das Mineral Kaolin, das wir für die Porzellanmasse benötigen, bauen wir selbst in Seilitz, dem kleinsten aktiven Bergwerk Europas, in der Nähe von Meißen, ab. Natürlich könnten wir Kaolin auch zukaufen, aber es hätte nicht diese herausragende Qualität“, erläutert Geschäftsführer Tillmann Blaschke. Er zeigt das typische Meissen-Weiß, was von dieser reinsten, hauseigenen Tonerde herrührt: „Sie macht unser Weiß so klar, glänzend und brillant, das ist einzigartig.“ Zwei Mitarbeiter bauen den Naturrohstoff unter Tage ab und können so in einem Jahr bis zu 150 Tonnen Kaolin gewinnen. Das berühmte Weiß ist nicht zuletzt die Basis für das Meissen-Zwiebelmuster, jenes kobaltblaue Unterglasdekor, das als eines der erfolgreichsten Blaudekore der Porzellangeschichte gilt. Genauso geht es mit der Herstellung weiter – mit dem höchsten Anspruch an Qualität wird jedes Stück von Hand gefertigt und mit überdurchschnittlichen Brenntemperaturen gebrannt. An sehr aufwendigen Kreationen, wo etwa Goldschmiedearbeit einfließt, und Großplastiken arbeiten Gestalter und Maler oft über Monate, und nur wenn diese Kunstwerke den strengen Kriterien der Veredelung entsprechen, kommen sie den Verkauf. Jahrzehntelange Erfahrung ist für solche Dekore notwendig.

HISTORY TOUR

Es ist absolut verblüffend zu sehen, wie es den Modelleuren und  Bossierern gelingt, selbst kleinste menschliche Empfindungen in den Figuren zum Vorschein zu bringen. Oder bei Tieren und Blumen größte Lebendigkeit zu erzeugen. Das ist mehr als ein meisterhaftes Talent, das ist eine Gabe, die hier verewigt wird. Diese Künstler leben in ihrer Arbeit die Philosophie von Meissen, so wie es die Generationen vor ihnen getan haben. Ein Jungbrunnen ist die Kooperation der Manufaktur mit international renommierten Designern und Künstlern verschiedener Disziplinen. Deren Entwürfe, Hand in Hand mit den Kreationen der Chef-Modelleure, bereichern die hauseigene Formensprache auf ganz eigene Weise, was wir an vielen Beispielen in der eindrucksvollen „Erlebniswelt“ des Museums der Meissen Porzellan-Stiftung bestaunen dürfen. Vom „Stein der Weisen“, den einst die Alchemisten suchten und stattdessen das Porzellan entdeckten, bis hin zu zeitgenössischen Plastiken – das Museum fächert die geheimnisvolle Entstehungsgeschichte des Meissener Porzellans auf und leitet die Zeitreise mit beindruckenden Exponaten bis in die Gegenwart der exklusiven Tischkultur, inklusive Premium-Shop und Outlet.

CULTURE OF UNIQUENESS

Tillmann Blaschke beschreibt das, was das Wesen und den Wert dieser Marke ausmacht so treffend wie seine Malerinnen und Maler die Schwerter kreuzen. „In diesen Zeiten sehen wir eine zunehmende Bedeutung des eigenen Zuhauses und der Wertschätzung bleibender Werte. Unser einmaliges kunsthandwerkliches Schaffen und unser kulturelles Erbe hat in Corona-Zeiten vor allem den regionalen Markt für Meissen spürbar belebt. Wir haben ikonische Dekore aus unseren Archiven neu interpretiert, das Ergebnis ist unter anderem die ‚Meissen Collage‘-Kollektion, gemacht für ein breiteres und auch jüngeres Publikum.“ Man kann sich sicher sein, was diese Porzellanmanufaktur verlässt, hat viele Botschaften. Wenn man durch die Hallen läuft und die unvergleichliche Akribie sieht, mit der dort gearbeitet wird, erschließen sich diese Botschaften sofort. Ein Teller ist hier kein Teller, sondern eine fühlbare Story. Jeder Teller ist einzigartig, jeder ein individuelles Unikat. Ihn täglich zu benutzen, heißt, teilhaben an einem Kulturgut.