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Zum inneren Kern gelaufen – Auf Expedition mit Rainer M. Ballwanz
von Laurence Opp
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Zum inneren Kern gelaufen – Auf Expedition mit Rainer M. Ballwanz

Man könnte meinen, ein erfolgreicher Immobilienunternehmer wie Rainer M. Ballwanz begegnet in einer hart umkämpften Branche wie der seinen genug Herausforderungen Tag für Tag. Dennoch sucht er immer wieder das ganz große Abenteuer bei Extremreisen. Warum? Das erklärt er THE FRANKFURTER anhand faszinierender Einblicke in sein Reisefotoarchiv.

Text: Stephanie Kreuzer

Fotos: Rainer M. Ballwanz

 

Der Rastlose

Mit 16 Jahren ist er zuhause ausgezogen, mit Anfang 20 ging er das erste Mal in die Selbständigkeit und kam Ende der achtziger Jahre nach Frankfurt. Viele bedeutende Projekte hat er in seinem heutigen, seit 25 Jahren bestehenden Immobilienunternehmen begleitet, und Spaß haben sie ihm auch gemacht; es geht ihm gut. Nicht zuletzt mit einer tollen Familie ist er beschert worden. Rainer M. Ballwanz könnte ein wunschlos glücklicher Mensch sein, wäre da nicht eine gewisse Unruhe, die ihn immer wieder zu neuen Zielen aufbrechen lässt: „Ich empfinde eine große Dankbarkeit für alles, was ich bisher erleben durfte und noch darf, denn ich komme aus einfachen Verhältnissen. Ich bin mein Leben lang meinem Wunsch gefolgt, mich, Menschen und die Welt zu entdecken. Es gibt für mich keinen Grund, auf irgendwas zu warten. Daher versuche ich, nichts aufzuschieben und Chancen bestmöglich zu nutzen. Denn wenn mein Leben morgen vorbei sein sollte, will ich alles getan haben, was möglich war.“

Weiter immer weiter

Mit hohen Geschwindigkeiten kennt sich der ehemalige Hobby-Rennfahrer aus. Heute geht es ihm darum, immer mehr zu wissen und kennenzulernen, besser zu werden. Neugierde treibt ihn an und gierig ist er auch – nach selbstbestimmter Zeit: „Um das tun zu können, was ich wirklich tun möchte, ob beruflich, privat, auf Reisen oder mit Menschen. Dinge, die einen weiterbringen.“ Daher ist er auch nicht auf den Erfolg im ökonomischen Sinne fixiert, sondern eher „von Inhalten getrieben“.

Verlässlich, gradlinig und oft auch herausfordernd ehrlich – so würden ihn wohl Freunde charakterisieren. „Ich habe das Glück, ein paar enge Vertraute zu haben, die offen mit mir reden.“ Wohl wissend, dass das in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit darstellt.

Reset des Wertesystems

Seine teils extremen Reisen, die ihn auf Berge, ins Eis und Wüsten geführt haben –  2016 etwas gemäßigter nach Feuerland und auf den Kilimandscharo –  sieht Ballwanz als Herausforderung und Entspannung zugleich. „Bei Touren im persönlichen Grenzbereich ist man komplett fokussiert auf diesen Moment und da ‚denkt‘ man nicht im klassischen Sinne. Das ist mental die totale Erholung.“ Manche Sachen muss er daher alleine tun, ohne Familie. Zeit nur für sich. „Während einer solchen Reise habe ich kaum Kontakt mit Zuhause, bin in einer völlig anderen Welt. Erst wenn ich langsam wieder in die Realität eintauche, dann kommen auch die Gedanken an den Alltag zurück.“ Einen kompletten „Reset“ des Wertesystems habe er bei seiner Expedition zum Südpol vor zwei Jahren erlebt. 18 Monate Vorbereitung mit Kraftausdauertraining, Grundlagenschaffung im Eis Nordnorwegens sowie einem Höhentraining in Bhutan-Himalaya, um an den unwirtlichsten Ort der Erde zu reisen. „Ich wollte wissen, wie es sich anfühlt, dort anzukommen.“ Zweifel, Ängste und Heimweh am „Point of no return“, gefolgt von extremen Strapazen und Schmerzen beim neuntägigen Marsch auf Skiern mit Schlitten im Schlepptau – aber auch Momente des Genießens: „Dort hatte ich extrem berührende Situationen, die mich auf eine Art glücklich gemacht haben, die man kaum beschreiben kann. Ich bin sozusagen zu meinem ‚inneren Kern‘ gelaufen.“

Achtsamer im Alltag

Der Begriff „Demut“ hat für Rainer M. Ballwanz neue Inhalte und eine andere Dimension bekommen, sagt er. Dinge, die ihm vorher wichtig erschienen, waren es danach nicht mehr, und vermeintliche Kleinigkeiten bekamen Priorität: „So schenke ich nun im Alltag meinen Kindern mehr Aufmerksamkeit, und auch mit mir gehe ich sorgsamer um.“ Gleichzeitig träumt er von weiteren Reisen, ob Höhlenexkursion oder Eistauchen in der Arktis; auch bei einem Flug ins All wäre er mit dabei. „Doch Freunde haben mich schon gefragt, was denn jetzt nach dieser in jeglicher Hinsicht herausragenden Südpolexpedition eigentlich noch kommen könnte.“ Er ahnt, dass sie Recht haben.

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