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Unterwegs mit der Grammy- Gewinnerin Diana Krall
von Laurence Opp
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Unterwegs mit der Grammy- Gewinnerin Diana Krall

Paris, das ist für Diana Krall die Geburtsstadt ihres Erfolges. Hier entstand die Platte „live in Paris“, die mit goldenen, silbernen- und Doppelplatin-Schallplatten überhäuft wurde. Die Stadt der Liebe steckt für die 52-jährige voller Erinnerungen. Unser Autor Enrico Sauda hat sich mit ihr in dieser für sie so wichtigen Metropole getroffen.

Text: Enrico Sauda

Fotos: Mary McCartney

Ausgabe: 04/2017

Die vergangenen Wochen haben an ihren Nerven gezehrt. Sie ist erschöpft. Das sieht man der mehrfachen Grammy-Gewinnerin an, auch wenn sie toll aussieht in ihrem legeren Outfit mit langer Sporthose, Trainingsjacke und Schweißband um die Stirn – ein wenig wie einst Jane Fonda, finden wir. Dennoch wirkt sie etwas verloren, wie sie da in ihrem Zimmer des noblen Le Royal Monceau sitzt…

Ein gewagter Schritt

„Turn up the Quiet“ (Dreh die Stille auf) heißt die neue CD, die Diana Krall zurück zu ihren musikalischen Wurzeln führt. Warum hat die Kanadierin diesen Schritt getan, nachdem sie Ausflüge in Genres des sinnlichen Bossa Nova, der leicht frivolen Vaudeville-Musik des frühen 20. Jahrhunderts und der stilvollen Popmusik wagte? „Es war bequem“, sagt sie schmallippig. Sie ist einsilbig. Als wolle sie nicht sprechen. Doch die 52-Jährige ist Vollprofi. Nicht nur auf der Bühne. Und so stellt sie sich unseren Fragen. Nicht genervt oder divenhaft.Nur ehrlich. „Heute habe ich schreckliches Heimweh“, gibt sie zu und versucht, das Papier von einem Bonbon zu entfernen. Es klappt nicht. Entnervt wirft sie es noch eingewickelt weg. Diana Krall, Jazz-Musikerin und Mutter, vermisst ihre Kinder. Die beiden Teenager sind zuhause bei Vater Elvis Costello.

Das Lied vom Tod

Auch vermisst sie ihren alten Weggefährten Claus Ogerman: „Er war einer meiner liebsten Freunde“, sagt sie über den ein Jahr zuvor verstorbenen deutsch-amerikanischen Komponisten und Arrangeur, der schon mit Frank Sinatra, George Benson und Barbra Streisand zusammengearbeitet und der mit Diana Krall Alben wie „The Look of Love“ und „Quiet Nights“ aufgenommen hat. Überhaupt spielt der Tod bei der neuesten CD eine wichtige Rolle… Deshalb wirkt Diana Krall so mitgenommen. Denn auch ihr größter Förderer ist gestorben: Tommy LiPuma, der Produzent, unter dessen Regie vor mehr als 20 Jahren ihr Aufstieg an die Spitze der ersten Liga des Jazz begann. Elf ihrer 13 Alben gehen auf sein Konto. „Seit seinem Tod war ich in einer Schockstarre.“ Die löst sich. Aber nur langsam. Doch das Konzert, das sie Tags zuvor in Paris gab, trug nicht dazu bei. So heftig sind die Erinnerungen an Tommy, dass beim Auftritt die Tränen fließen. „Wir haben hier zusammen ,Live in Paris‘ aufgenommen. Er war wie ein Vater für mich.“

Zurück zum Vertrauen

Diana Kralls Wurzeln liegen in Deutschland. „Meine Großmutter war Deutsche.“ Wo genau sie herkam, weiß sie nicht. „Aus der Nähe von Polen, glaube ich. Aber meine Verwandten leben jetzt alle bei Hamburg.“ Und die musikalischen Wurzeln? „Turn Up the Quiet“ hat sie gemacht, „weil ich mich im Jazz wohlfühle“. Diana Krall gehen die Worte nun leichter von den Lippen: „Ich liebe diese Platte, weil ich sie nicht verteidigen muss. Da ist niemand, der sich darüber aufregt.“ Nicht wie einst 2002 bei „Look of Love“. Für dieses Grammy-prämierte Album musste sie damals heftige Kritik einstecken. „Es war mehr orchestral angelegt.“ Auch das Cover stieß nicht auf Begeisterung. Eine Jazzmusikerin in High Heels, die viel Bein zeigt. Und da gibt es noch etwas, das sie wieder zum Jazz zog: „Ich wollte keine Studioproduktion haben, bei der es aufwendig werden könnte, die Lieder live zu spielen.“ Das zeigte sie jüngst auch in der Alten Oper in Frankfurt. Und da flammt zum Ende unseres Treffens dann doch noch die Begeisterung für die Musik auf. Wenngleich sie das Musikbusiness differenziert betrachtet: „Ich mag die Erfahrung und die Selbstsicherheit, über die ich verfüge, bei dem, was ich tue“, sagt sie. Aber: „Ich möchte nicht mehr so viel on the road sein.“ Der Kinder wegen. „Das passt nicht mehr so zu mir, wie es früher mal der Fall war.“

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