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Starkoch Klaus Peter Kofler über den Weg zum Erfolg
von Laurence Opp
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Boeing Stearman über den Dächern von Frankfurt am MainStarkoch Klaus Peter Kofler über den Weg zum Erfolg

Klaus Peter Kofler ist ein cooles Phänomen. Aus dem Bad Homburger Konditorei-Erben wurde der Boss eines internationalen Catering-Unternehmens, ein genialer Vorreiter der Branche. Er zahlte Lehrgeld, bezog Dresche und feiert Erfolge. Die Queen speiste von seinen Tellern, bei den Olympischen Spielen in Rio versorgte er Zehntausende und sein Edel-Popup- Konzept PRET A DINER zur IAA schmeckt auch Frankfurtern. KP, wie er genannt wird, glaubt an seine Wahlheimat London als Melting Pot neuer Ideen. Im Interview erklärt er, warum.

Text: Dr. Jutta Failing

Fotos: Shahriar Behradi/Anna Imm Photography

Ausgabe: 04/2017

Welche Faszination geht von London aus?

Weltweit gibt es dort die größte Vielfalt an gastronomischen Konzepten. Außerdem gehen die Leute mehr aus: „The new going out is eating out.“ Trends sind früh spürbar, aktuell „fresh casual“. Das sind Konzepte, die für den Gast maximal 40 Euro für Essen und Trinken am Abend bedeuten. Man bekommt gute Lokale auch über den Preis voll. Sprich, höherer Umsatz mit niedrigeren Preisen. Das durchschnittliche Restaurant in Frankfurt, der Italiener um die Ecke, ist zu teuer. Da wird ein Ruck kommen, das sieht man bereits in London. Die Pizza für 5 Euro etwa.

Frankfurt- sind Sie ein Prophet im eigenen Land?

Frankfurt war nicht zu allen Söhnen immer nett. Auch nicht zu Goethe. Die Anerkennung kam erst von außen, als wir nach Berlin gingen und das Dinner für die Queen machten. Und PRET A DINER fingen wir nicht in Frankfurt an, sondern in Berlin und London. Erst dann kam die Anerkennung Frankfurts – das mag das Wesen dieser Stadt sein.

Begegnet Ihnen oft Neid?

Ja. Mein Großvater sagte mir immer: „Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich erarbeiten.“ Als wir Ende der 1990er Jahre aus dem ‚Euronet‘ am Willy- Brandt-Platz rausgegangen sind – eigentlich freiwillig, da ich merkte, das Konzept der offenen Showküche funktioniert dort nicht – schrieb die BILD: „Kofler pleite“… Doch das stimmte nicht.

Wo trifft man Sie in Frankfurt?

Ich laufe am Main. In London tue ich das im Hyde Park. Gern kaufe ich beim Griechen auf der Fressgass mein Obst. Und wenn ich viel Zeit habe, fahre ich mit dem Mountainbike zum Feldberg.

Welches Essen ist für Sie für die Tonne?

Viele Konzepte sind einfach nur schlecht. Ich denke dabei an das, was in deutschen Fußballstadien im Hospitality- Bereich angeboten wird. Eine Qualität, die nicht die Caterer zu verantworten haben, sondern die Vereine, die versuchen, alles herauszupressen. Daher betreuen wir auch keine Stadien in Deutschland. Außerdem vermeide ich, im Flugzeug zu essen, was bei meinen rund 250 Flügen im Jahr nicht immer leicht ist. Manchmal nehme ich mir Essen mit in den Flieger.

Und welches food Konzept ist im kommen?

Die Dienstleistung „Premium Home Delivery“ hat eine große Zukunft. Die Leute geben so viel Geld für ihr komfortables Zuhause aus, doch wirklich gescheites Essen bekommen sie kaum geliefert. Private Einladungen werden immer wichtiger, und normales Catering ist relativ aufwendig. Wir testen das gerade in London und wollen das Konzept nach Berlin holen, nennen es „Dark Kitchen“. Das heißt, eine Küche ohne Restaurant. Ein virtuelles Restaurant. Verschiedene angesagte Brands kommen aus einer Küche und werden ausgeliefert. Die Menschen vertrauen Brands.

Auch der Brexit kommt. Was bedeutet das für Frankfurt?

Die Stadt wird in starkem Maße davon profitieren, mit Ausnahme des Wohnungsmarktes. Mit den Briten kommen neue Einflüsse, weit mehr als sonst, und mehr Kaufkraft. Für bestimmte Konzepte und Dienstleistungen brauchen sie eine bestimmte Menge an Menschen, sonst funktionieren sie nicht.

Was Leben Sie ihren Kindern vor?

Vertrauen. Etwas, das ich von meinen Eltern auch bekam. Bildung ist ebenso wichtig. Mein Sohn ist jetzt 14 Jahre alt, geht auf eine Privatschule und spricht fast besser Englisch als ich. Bei aller Härte, die ein erfolgreiches Leben erfordert, muss man zudem fair bleiben. Tue Gutes, und dann kommt Gutes zurück. Daran glaube ich und versuche, das auch zu vermitteln.

Apropos Härte: Sie sassen als Profi im Sattel.

Mein Vater setzte mich aufs große Pferd, bevor ich laufen konnte. Ich fiel runter, immer wieder. „Gelobt sei, was hart macht“, sagte er dann. Erst als ich nach England kam und in meiner Gastfamilie Ponys ritt, packte mich der Ehrgeiz. Zuletzt nahm ich an 48 Spring-Turnieren im Jahr teil, saß bis zu neun Stunden täglich im Sattel. Ich habe immer vermieden, Sachen nur halb zu machen.

Sie erzählen oft von Ihrem Großvater.

Wir standen uns sehr nah, er unterstützte mich als ich kundtat, dass ich den elterlichen Konditorei-Betrieb in Bad Homburg nicht übernehmen werde. Immerhin wurde die „Stadtbäckerei Kofler“ schon 1823 gegründet und war Hoflieferant des deutschen Kaisers. Mein Großvater starb mit 98 Jahren. Er erinnerte sich noch, wie die Titanic unterging. Seine Stärke, bestimmte Entscheidungen frühzeitig zu treffen und dann durchzuhalten, spornt mich heute an.

Welcher Geruch macht Sie Glücklich?

Der von Erdbeeren auf dem Feld in England.

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