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Nah am Wasser gebaut
von Laurence Opp
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Nah am Wasser gebaut

Hafen Offenbach: ein modernes Stadtquartier – Nah am Wasser gebaut 

Nach den Frankfurtern haben auch die Offenbacher den Main für sich entdeckt. Weshalb auf dem Gelände des einstigen Industriehafens ein modernes Viertel entsteht. Mit seinen vielfältigen Möglichkeiten zum Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Ausgehen spielt es im Bestreben Offenbachs, sich als Stadt neu zu positionieren, eine wichtige Rolle.

Text: Andrea Möller

Fotos: HH Vision OPG

Hafen Offenbach: ein modernes Stadtquartier – Nah am Wasser gebaut 

Nach den Frankfurtern haben auch die Offenbacher den Main für sich entdeckt. Weshalb auf dem Gelände des einstigen Industriehafens ein modernes Viertel entsteht. Mit seinen vielfältigen Möglichkeiten zum Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Ausgehen spielt es im Bestreben Offenbachs, sich als Stadt neu zu positionieren, eine wichtige Rolle.

Sommer, Sonne, Strand – und Offenbach. Die Füße im warmen Sand vergraben, den Blick auf die Frankfurter Skyline genießen oder eine Leckerei im nahen Ausflugslokal verspeisen. Das und noch viel mehr bietet der Dünenpark, der auf der Inselspitze des Offenbacher Hafenquartiers entsteht. Richtig gelesen, nicht im Westhafen, nicht am Osthafen, ja nicht einmal in Frankfurt bef indet sich das neue Stadtviertel. Denn Offenbach, lange Zeit als hässliches Entlein verschrien, entwickelt sich allmählich zu einem ansehnlichen Schwan. Und der Hafen trägt dazu bei, das Stadtbild positiv zu verändern. „Er ist das erste einer ganzen Reihe von Schlüsselprojekten, die Offenbach in den kommenden Jahren attraktiver machen sollen“, sagt Markus Eichberger, Leiter des Amtes für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement. Um den einstigen Industriehafen in ein schickes Quartier zu verwandeln, hat Offenbach schon Anfang der 2000er-Jahre einen Architekturwettbewerb veranstaltet, aus dem „Ortner & Ortner Baukunst“ als Sieger hervorgegangen sind. Bis die ersten Bagger anrückten, um den leicht modif izierten Entwurf zu realisieren, dauerte es allerdings noch einige Jahre. Schließlich galt es, die Altlasten zu entsorgen und das Grundwasser zu sanieren. Allein dafür hat die Stadt 20 Millionen Euro in die Hand genommen. „Weitere 60 Millionen stehen für Straßen, Wege und Plätze zur Verfügung“, weiß Daniela Matha, Geschäftsführerin der Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft (OPG) und der Stadtwerke-Tochter „Mainviertel Offenbach“. 2009 war es endlich so weit: Auf dem 26 Hektar großen Areal konnten die Bauarbeiten beginnen.

Eingangstor zum Hafenquartier

Obwohl Anfang 2017 noch allerhand zu tun ist, steht ein Großteil der Gebäude bereits. Dazu zählen die Hafenarkaden auf südlicher und das Hafencenter auf nördlicher Seite. In ihrer Mitte f indet sich der als pulsierendes Zentrum geplante Hafenplatz. „Der kleine Birkenhain und die Wasserspiele, die wir dort im Laufe des Jahres anlegen, sollen zum Verweilen einladen“, sagt Matha. An den Platz schließt sich die wellenförmige Hafentreppe an, über deren unter-ste Stufen leise der Main plätschert. Das alles bildet quasi das Eingangstor zu dem neuen Viertel, in dem es sich nicht nur wohnen lässt, sondern auch arbeiten, einkaufen und ausgehen.

Apropos ausgehen: Im Parterre der Hafenarkaden hat im August 2016 der „Heimathafen“ eröffnet – das neueste Lokal der „Gastrokinner vom Wilhelmsplatz“. Hinter diesem Namen stecken Giuseppe Morleo, die Brüder Youssef und Rachit El Machit, Markus Langkamm und weitere Gastronomen. Für ihr jüngstes Baby haben sie das angestammte Revier verlassen, in dem sie „Morleos“, „Tafelspitz & Söhne“, „Willy‘s Bar“ und „Fleischlust“ betreiben. Zu ihrem neuen Objekt, mit dem sie am Hafen vor Anker gegangen sind, gehört ein Restaurant, das in einen Weinladen übergeht, der sich abends in eine Bar verwandelt. Die geräumige Terrasse erstreckt sich über die ganze Länge der Location.

Wohnen zwischen Flusslauf und Hafenbecken

In direkter Nachbarschaft, und zwar auf Inselseite, ragt mit dem „Luv & Lee“ ein vom Frankfurter Investor Ardi Goldman realisiertes Gebäude in die Höhe. Der markante zweigeteilte Bau bietet sowohl Solitär-Wohnungen (Luv) als auch Split-Level-Appartements und Penthouse-Wohnungen (Lee). In seinem Erdgeschoss bef indet sich die L‘Osteria und damit die Filiale eines bekannten italienischen Franchise-Konzepts. Im Anschluss folgen weitere Projekte, zum Beispiel namens „Hafengold“(ein knapp 11.000 Quadratmeter umfassender Komplex mit Mehrfamilienhäusern) und „Hafeninsel Mitte“. „Hier verteilen sich auf 23.000 Quadratmetern nicht nur Wohngebäude, sondern auch gewerblich nutzbare Flächen, etwa für ein Gesundheitszentrum“, so die Geschäftsführerin der OPG. Während es sich bis dahin hauptsächlich um Häuser mit sechs bis sieben Etagen handelt, sind für die Grundstücke nahe der Inselspitze zwei wesentlich höhere Gebäude vorgesehen. Sie könnten ein exklusives Hotel beherbergen, aber auch repräsentative Büros – und natürlich ein Restaurant. „Wir wollen die Gastronomie an zwei Orten konzentrieren“, erklärt Matha, „auf dem Hafenplatz und an der Inselspitze.“ Im äußersten Westen ist zudem eine abwechslungsreiche Parklandschaft geplant: Sie nennt sich „In den Dünen“ und soll ebenso mit einem Sandstrand wie mit begrünten Bereichen locken. „An der Inselspitze wird eine einzigartige Parklandschaft inmitten des Ballungsraumes entstehen.“

Städtischer Freizeitraum

Ohnehin haben die Projektentwickler den neuen Hafen mit vielen Frei- und Grünflächen konzipiert und sich als Partner das „Ramboll Studio Dreiseitl“ ins Boot geholt. „Die Städtebauer und Landschaftsarchitekten arbeiten weltweit, wenn es um das Thema Wasser geht.“ In ihren Aufgabenbereich fällt auch der 5.000 Quadratmeter umfassende Gutsche-Park. Herzstück der Anlage auf Landseite ist ein großer Spielplatz mit Angeboten für Kinder jeden Alters. Weil am Gutsche-Park der viel frequentierte Mainufer-Radweg zwischen Frankfurt und Offenbach entlangführt, könnte er sich zu einem beliebten Ausflugs-ziel für die Bewohner beider Städte entwickeln.

Das östliche Ende des Areals markiert übrigens der Blaue Kran, ein 26 Meter hohes Relikt aus der Zeit des alten Hafens. Wie im Entwurf der Frankfurter Bildhauer Wolfgang Winter und Berthold Hörbelt vorgesehen, hat sich die stillgelegte Maschine in ein begehbares Kunstwerk verwandelt. „Als identitätsstiftendes Moment symbolisiert der Blaue Kran den Übergang des alten Hafens in ein modernes Stadtviertel“, sagt Kuratorin Heike Strelow in diesem Zusammenhang. Er verfügt über eine geräumige Aussichtsplattform, die einen Blick auf die Hafeninsel und den Yachthafen ermöglicht.

Hinter dem Park entsteht „Marina Gardens“, ein Ensemble aus acht größeren und drei kleineren Gebäuden, die Platz für viele Wohnungen und kleine Geschäfte bieten. Ein Netz aus grünen Innenhöfen und Wegeverbindungen verknüpft die Häuser sowohl untereinander als auch mit dem Umfeld. Das Mischquartier wird auf der einen Seite vom neuen Campus der Hochschule für Gestaltung und auf der anderen von einer Grundschule und einer Kindertagestätte flankiert. Dabei handelt es sich um die letzten Puzzleteile einer ausgeklügelten Infrastruktur, die das Neubaugebiet zu einem lebendigen Stadtviertel macht. Dass am Hafen extrem großes Interesse besteht, dürfte also niemanden überraschen.

Schiff ahoi! Offenbach ist eine Stadt, die sich langsam herausputzt, und spannende Gastroprojekte wie die „Backschaft“ sind daran beteiligt. Das Restaurantschiff hat nahe der Carl-Ulrich-Brücke angelegt. Als Kapitän der „Backschaft“ fungiert Gunnar Ohlenschläger. Er hat den einstigen Partydampfer mit Liebe zum Detail sanieren und renovieren lassen. Ihm zur Seite steht Smutje Patrick Scheib, der auf eine gehobene, aber nicht abgehobene Küche setzt. Vor oder nach dem Essen können sich die Gäste einen Aperitif oder Absacker genehmigen – und zwar in der schiffseigenen Bar unter der Wasserlinie. Flüssige und feste Leckereien serviert die Crew im Sommer auch auf dem angrenzenden Uferstreifen.

Fish & Chips mit Hafenblick

Von „Morleos“ bis „Fleischlust“: Während der vergangenen Jahre haben Giuseppe Morleo und Kompagnons ihre gastronomischen Aktivitäten auf den Offenbacher Wilhelmsplatz konzentriert. Für das Restaurant „Heimathafen“ sind sie zu anderen Ufern aufgebrochen – und das aus gutem Grund.

Herr Morleo, Sie gehören zu den Gründern der „Gastrokinner vom Wilhelmsplatz“. Warum sind Sie Ihrem bisherigen Revier untreu geworden?

Weil der neue Hafen alle Voraussetzungen für ein tolles Stadtviertel erfüllt. Das war schon auf den Plänen mit ihren Animationen von der Hafentreppe und den Gebäuden rechts und links des Hafenbeckens zu erkennen. So eine Chance konnten wir uns nicht entgehen lassen, zumal sich der Vermieter sehr um uns bemüht hat. Ein individuelles Gastrokonzept ist ihm nämlich überaus wichtig gewesen.

Was erwartet die Gäste im Restaurant „Heimathafen“?

Es gibt ein Crossover-Konzept, mit dem wir quasi die Häfen der Welt bespielen. Dabei haben wir Klassiker wie Fish & Chips wieder aufleben lassen. So einfach dieses Gericht zu sein scheint, so beliebt ist es bei den Gästen. Allerdings verwenden wir nur hochwertigen Fisch und machen den Bierteig selbst. Optisch haben wir das Thema „Hafen“ ebenfalls aufgegriffen – von rostig wirkenden Wänden über Schiffsparkett bis hin zu einem Regal, das wie ein Schiffsrumpf aussieht. Das Konzept umfasst auch einen Weinladen, der sich dreimal die Woche in eine Cocktailbar verwandelt und somit die Barkultur in Offenbach voranbringt.

Welche Highlights bietet Ihr jüngstes Gastro-Baby?

Das größte ist mit Sicherheit die geräumige Terrasse inklusive Aussicht auf die Hafentreppe, den Flusslauf, den Sonnenuntergang und die Frankfurter Skyline. Wenn es wärmer wird, wollen wir Picknickkörbe anbieten. Damit können sich die Gäste ohne Restaurantbindung auf die Hafentreppe setzen.

Im neuen Stadtviertel findet sich Platz für weitere Lokale. Haben Sie ein zweites Projekt in der Pipeline?

Zurzeit nicht, aber wer weiß. Wir sind deshalb bereits angesprochen worden. Aktuell stecken wir unsere ganze Energie in die bisherigen „Gastrokinner“. Wir können nicht jedes Jahr ein neues Projekt realisieren, weil wir zum einen in den Lokalen persönlich anwesend sein möchten und zum anderen gesund wachsen wollen.

Welche Bedeutung hat das Hafengebiet für Offenbach im Allgemeinen und die Offenbacher Gastronomie im Besonderen?

Es ist eine gelungene Geschichte und trägt dazu bei, dass sich das Image von Offenbach wandelt, die Stadt mehr und mehr in den Fokus rückt. Das gilt für das gesamte Rhein-Main-Gebiet. Zusammen mit der Stadt bringt es auch die Offenbacher Gastronomie weiter. So haben den „Heimathafen“ schon viele Gäste aus Frankfurt lieben gelernt.

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