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Home Story: Zu Gast bei Oana Rosen
von Laurence Opp
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Home Story: Zu Gast bei Oana Rosen

Sie macht Häuser schön. Understatement, wenn Architektin und Inneneinrichterin Oana Rosen über ihre aufregenden Projekte spricht. Die Balance aus spannenden Formen, ungewöhnlichen Stücken und Persönlichem macht den Look der Frankfurterin aus. Ihre eigene Wohnung ist ein Familiennest, intuitiv und ein bisschen verrückt.

Text: Dr. Jutta Failing

Fotos: Nikita Kulikov

Ausgabe: 04/2017

Die ochsenblutrote Blümchentapete im großbürgerlichen Treppenhaus prahlt so altbacken, dass sie auf gepflegte Weise exzentrisch ist. Oana Rosen erinnert sich an Schlimmeres: „als wir vor 20 Jahren einzogen, hing hier eine Tapete mit Palmen, die hatte der Vater des Eigentümers 1972 selbst tapeziert.“ Erst hinter der großen Flügeltür beginnt ihr Reich. 230 Quadratmeter, eine ganze Etage, mitten im Westend. Mit Balkonen und einer Terrasse im Hinterhof. „Alles so schön luftig“, sagt sie. Es ist diese wundersame Stille. Nur Kinderlachen von der Straße schallt leise zu uns rüber. Ein Gegenpol zum Baustellenlärm, mit dem die studierte Hochbauarchitektin sonst zu tun hat. An die erstaunten Blicke, wenn sie mit hohen Absätzen ein Bauobjekt begeht, hat sie sich gewöhnt. Ihre Referenzen sind erste Sahne, darunter Villen und Penthouse-Refugien, Design-Hotels wie das Roomers und The Pure sowie die Sanierung der Mikwe in der Westend-Synagoge. Gerade ist sie mit dem Umbau der denkmalgeschützten Spielbank in Baden-Baden beschäftigt, auch zwei Lokale auf der Fressgass‘ taucht sie in einen Jungbrunnen.

Oana Rosens Tiere

Von all ihren Räumen mag Oana Rosen die Küche am liebsten. Weil sich hier die Familie trifft, ihre Kinder und deren Freunde mit am Tisch sitzen, wenn gekocht wird. Gemütlich, warm, geborgen, ein offenes Haus. Eyecatcher ist der Kronleuchter von Piet Boon, opulent zerfließend und aus Gummi. So typisch für Dutch Design, immer mit Schalk. Ihren Wohnstil beschreibt sie selbst mit „eklektisch“. Tatsächlich sorgt ein fließender Mix aus französischen Zitaten, kuriosen Stilbrüchen, zeitgenössischen Kunstpositionen, Familienerbstücken, wie das Selbstporträt der Großmutter und zu guter Letzt etwas Hippie-Nonchalance, dass man sich sofort wohl und irgendwie vertraut fühlt. Für markante Deckenleuchten hat sie ein Faible, und überall hängen hohe Spiegel, um das Licht durch die Räume zu schicken. „Den Affen mag ich, ihn habe ich in Paris entdeckt“, sagt sie und streicht der Bronzefigur über den Kopf. Anderes ergatterte sie auf Antikmärkten in Paris, Rom und Mailand. Kaum zu glauben, dass sie es geschafft hat, zwei kolossale Bronzehunde von Bali im Handgepäck nach Frankfurt zu schaffen. Im Entree thronen sie nun wie Wächter. „‘Du und deine Tiere‘, ist ein Spruch meiner Töchter“, lächelt sie. Der Reiz dieser Wohnung ist, dass sie über Jahrzehnte authentisch gewachsen und dabei in sich stimmig geblieben ist. Nie sah es aus wie aus dem Designkatalog. Das wäre auch langweilig.

Paris liegt am Main

„Viele Rumänen sind sehr frankophil, auch was das Einrichten angeht. Meine Mutter spricht wohl besser Französisch als Deutsch.“ Mit sieben Jahren kam Oana Erica Rosen aus Bukarest nach Deutschland. „Ich bin ein Frankfurter Mädchen“, macht sie mit schönem Timbre klar. In diesem Moment schauen die Töchter zur Tür herein, junge Frauen inzwischen. Die Puppenhäuser in ihren Zimmern sind verwaist. . Oanas Rosens Partner lebt in der Nähe sehr modern und mit „viel Glas“. Thema Männer. Thema typisch Männer. „Schwarze Ledercouchen haben immer etwas von einer Junggesellenbude“, schmunzelt die Ästhetin. Manche Kunden bestehen dennoch auf ungewöhnliche Altlasten. Andere verzichten auf eine Küche, da ohnehin nur auswärts gegessen wird. „Ich habe schon vieles und sehr unterschiedliches gemacht, ein Haus auf Mallorca etwa, komplett in Weiß eingerichtet – wirklich sensationell. Oder ein Penthouse im 22. Stock eines Frankfurter Hochhauses, vorher war es eine Eventfläche. Durch den Umbau hat es etwas von Batman bekommen.“

Einer passt auf

Kurzer Blick ins Schlafzimmer. Darin ein halber Mann. Einer von der Sorte: In der Ruhe liegt die Kraft. Der Berliner Bildhauer Robert Metzkes hat ihn aus Terrakotta modelliert. „Ich kenne den Künstler persönlich und durfte schon inspirierende Gespräche in seinem Atelier mit ihm führen. Ich habe bei der Figur immer das Gefühl, dass sie auf mich aufpasst.“ Mal mit dem Gedanken gespielt, umzuziehen? „Früher war das eine Psychologenpraxis, alle Flügeltüren waren zugemauert. Aber ich sah, dass man etwas Besonderes daraus machen kann. Tauschen würde ich nur mit einer Wohnung in Paris oder New York. Mein Herz hängt an Frankfurt. Bei Alternativen wäre ich anspruchsvoll. Ich liebe es, wenn alle Räume auf einer Ebene sind und ineienander übergehen. Ein hochmoderner Neubau – als Kontrast nach langer Zeit im Altbau – hätte schon was.“

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