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Genuss The real Frankfurter

Genuss The real Frankfurter

KNACKIG, KÖSTLICH, KULTIG – THE REAL FRANKFURTER

Viele Spitzenrestaurants kämpfen um Gäste, doch vor Frankfurter Wurst- und Imbissständen stehen sie Schlange. Jung und Alt, Banker und Bauarbeiter. Wir lieben unsere Wurst! Und weil das so ist und unser Name auch eine Hommage an Mainhattans leckersten Snack ist, widmen wir uns in der ersten Ausgabe von THE FRANKFURTER der Lust auf Wurst am Main.

Fotos: Barbara Goerlich

Fotos: Nikita Kulikov

Models: Meise Zwillinge

Make Up Artist: Annika Nolepa

Fashion: Allure Frankfurt

Mahlzeit!

High Noon in Frankfurt. Die Wurst ruft. Erste Schlangen bilden sich. Ob in der Fressgass‘ vor dem Schlemmermeyer-Imbiss, bei Best Worscht in Town, Gref Völsings oder in der Kleinmarkthalle: Mittags-Rush in Sachen Wurst.

Lunch is for losers? Mag sein. Anderswo, aber nicht in FRA. Denn merke: Eine Wurst geht immer, das hat am Main Tradition. Wo doch Würste als Krönung Frankfurter Metzgerkunst schon vor 500 Jahren bei den Festmählern anlässlich der Kaiserkrönungen im Römer auf den Tisch kamen. Allerdings birgt das Wurstessen im Stehen gewisse Tücken und verlangt Übung, um einen Absturz von Senf und/oder Wurst zu vermeiden. Von den Folgen lebt die Branche der Herrenausstatter nicht schlecht. Die Zahl der Spontankäufe von Krawatten und Hemden sei zur Mittagsstunde besonders hoch. High Noon halt.

 

Hot stuff made in FFM

Als Keimzelle der völker- und klassenverbindenden Wurstbewegung am Main gilt „Best Worscht in Town“. Wer werktags um die Mittagszeit durch den Grüneburgweg geht, sieht schon von Weitem die Warteschlange vor dem knallroten Imbisswagen. Showtime ist garantiert, wenn Inhaber Lars Oberndorfer hinterm Tresen Dienst schiebt. Einst Animateur auf Ibiza, folgte der Mann mit der markanten Brille Oma und Mutter 1994 im Imbisswagen nach und macht seine Kunden seither nicht nur satt, sondern bringt sie auch zum Lachen. Der „Worscht-Dealer des Vertrauens“ verkauft Wurst und Saucen mit Schärfegraden, die sein „Brennometer“ in Scoville (SCU) misst. Von A („bissi prickeln“, 4.000 SCU) über C („Mundorgasmus“, 110.000 SCU) bis F („f…. burning injection“, 1,2 Mio. SCU) reichen die Grade auf der nach oben offenen Scoville-Skala. Oberndorfers „Menü“ besteht aus Worscht – je nach Vorliebe Brat- oder Rindswurst –, Sauce, Pommes, Getränk und Brot. Brötchen waren dem scharfen Lars zu „labberig“, daher die Hinwendung zum handausgehobenen Sauerteig-Bauernbrot der Traditionsbäckerei Huck. Welche seiner Kreationen ihm selbst die liebste ist? Keine Frage: „Rindcurry Freestyle Jambalaya und Pommes Rot-Weiß mit Zwiebelchers“. Nach Ein- und Ausstieg eines Investors grillt der selbst ernannte „Godfather of Worscht“ wieder eigene – aber keineswegs kleinere – Würstchen und vergibt zwecks weiterer Expansion Franchise-Lizenzen.

„Wat schönret gibt et nich als wie Currywurst!” sang einst Herbert Grönemeyer. Ob er in Frankfurt jemals eine gegessen hat, ist nicht überliefert. Wenn, dann wäre er wie viele andere Promis, an Peters Currywurstbude „Taunus 25“ im Bahnhofsviertel richtig gewesen. Zwischen Banken und Bordellen beweist der Nightlife-erfahrene Peter ein Herz für Nachtschwärmer mit Späthunger und brutzelt an Wochenenden bis 6 Uhr morgens Würste vom Landmetzger mit Currysauce in unterschiedlichen Schärfegraden und richtig gute Pommes.

Frankfurts Kult-Kessel

Sage noch einer, Wurst wäre Fast Food! Zumindest in Frankfurt, wo man für eine gute Wurst auch mal richtig lange Schlange steht, gilt das nicht. So auch bei Ilse Schreiber. Die Königin der Würste ist einfach zu bekannt, ihr Wurststand an der Metzgermeile in der Kleinmarkthalle ist „Kult“ und in jedem Reiseführer erwähnt. Touristen, Einheimische und „Eingeplackte“ wollen nur eines: Ilses Wurst. Kommt man endlich dran, stellt die Wurst-Ilse die magische Frage „Mit oder ohne Pelle?“ und holt die Fleischwurst aus dem Kessel. Das Enthäuten geht ruckzuck, auf den Pappteller, ein Klacks Senf dazu, fertig. Der Nächste bitte. Hundertfach dasselbe Ritual. Täglich, außer Sonntag, seit 37 Jahren, hat sich Ilse Schreiber, die „Herrin der Ringe“, mit unendlicher Hingabe den „Big Three“ aus dem Wurstkessel verschrieben: Fleischwurst, Gelbwurst, Krakauer. Ihr Reich ist 12 Quadratmeter klein, ihre Popularität riesengroß. Kürzlich wurde die Metzgerwitwe gar zur „Frankfurter Persönlichkeit“ gekürt, was ihr selber nicht ganz geheuer ist, wo sie doch nur das tut, was ihr Spaß macht.

Weltbekannte Zwillinge

Kommen wir zum ältesten und wohl berühmtesten kulinarischen Produkt der Mainmetropole, den Frankfurter Würstchen. Mögen böse Zungen behaupten, der Name unserer Stadt sei weniger durch Goethe als vielmehr durch die Würstchen bekannt geworden – tant pis (=sei’s drum). Was in Parma der Schinken, sind in der Region in und um Frankfurt eben Frankfurter Würstchen. So richtig erfunden mit verbindlichem Rezept durch die Metzger-Innung wurden sie allerdings erst 1852. Das war höchste Zeit, denn schon 1805 waren die Frankfurter in Wien kopiert worden. Eigentlich sind „Wiener Würstl“ nämlich „Frankfurter“. Ein 1772 geborener Oberfranke namens Johann Georg Lahner hatte in Frankfurt seine Metzgerlehre absolvierte, ging dann aber mit seinem Wissen um die Wurst nach Wien, wo er eine dort bislang unbekannte neue Wurstsorte „erfand“. Ehrlicherweise sei erwähnt, dass Lahner kein dreister Kopist war, der mit „unserem“ Wurstrezept anderswo Geschäfte machte. Nein, er hatte das Rezept variiert und in seine „Wiener Frankfurter Würstl“ zum Schweinfleisch auch Rindfleisch gemischt. In Frankfurt wäre das Frevel und ein absolutes No-go.

In echten Frankfurter Würstchen steckt ausschließlich mageres Schinkenfleisch vom Schwein, geräuchert wird sanft über Buchenholz. Amtlich festgelegt seit 1929, sind „Frankfurter Würstchen“ eine geschützte Herkunftsbezeichnung und nur Erzeugnisse aus Frankfurt und Umgebung dürfen diese Herkunftsbezeichnung tragen. Außerhalb dieses Wurstradius‘ produzierte Kreationen müssen „Würstchen Frankfurter Art“ heißen.

Der Name “Frankfurter” wurde von Wurstliebhabern in die weite Welt getragen. An Bord der Ozeanriesen eroberten sie die Welt – und die Gaumen. Der noble Frankfurter Hof soll sich mit dem Verkauf von Frankfurter Würstchen an Luft- und Dampfschiffe sogar über die Wirtschaftskrise der 1920er Jahre gerettet haben. Den größten Anteil am Wurst-Hype hatten aber wohl deutsche Metzger, die in der Neuen Welt ihr Glück suchten und Rezepte für deutsche Wurstspezialitäten im Gepäck hatten.

Eins gilt, ob für Wiener oder Frankfurter: Sie treten immer paarweise auf! Warum das so ist, konnte noch niemand klären. Ob man sie in Senf oder frisch geriebenen Meerrettich oder beides tunkt, ist eine so individuelle wie persönliche Geschmacksfrage. Fest steht, dass man sie mit der Hand isst. Egal, ob im rustikalen Apfelweinlokal oder im feinen Grandhotel. Ganz en famille natürlich am Heiligen Abend, wenn „der Frankfurter“ im Kerzenschein des Weihnachtsbaums Frankfurter Würstchen mit Kartoffelsalat speist.

Exportschlager aus dem Frankfurter Osten

Noch mehr Frankfurter Wurstkultur gefällig? Voilà! 100 Prozent Tradition und typisch Frankfurt ist das seit über 100 Jahren bewährte Konzept der Frankfurter Traditionsmetzgerei Gref-Völsings. Die Metzgerei ist seit 1894 eine Institution in Frankfurts einstmals ‚wildem Ostend‘ an der Hanauer Landstraße. „Dass wir eine richtige Metzgerei sind, wissen viele gar nicht, weil sie uns so mit der Rindswurst gleichsetzen“, lacht Franziska Satvary, die die Metzgerei in vierter – immer weiblicher! – Familiengeneration gemeinsam mit Schwester Anna führt. Erfunden hat die heute legendäre Gref-Völsings-Rindswurst ihr Ururgroßvater, der Metzgermeister Gref. Er war der erste, der eine Wurst aus 100 Prozent reinem Rindfleisch im Rinderdarm kreierte und dabei wohl auch an seine jüdische Kundschaft gedacht haben mag, heißt es.

Als die Rindswurst 1905 auf der Kochkunstausstellung eine Goldmedaille holte, war ihr Siegeszug nicht mehr aufzuhalten. Egal ob man im Cayenne oder im Lieferwagen vorfährt, beim Anstehen fürs legendäre „Frankfurter Gedeck“ aus (Fleisch-)Brühe im Becher, Wasserweck und Rindswurst auf Pappteller zu 3,50 Euro sind alle gleich. Auf Wunsch wird die Rindwurst gepellt, gegessen wird sie aus der Hand, vor der Tür auf dem Trottoir an der verkehrsumtosten Hanauer Landstraße. Die Erfolgsrezeptur hat sich bis heute nicht geändert. Das Fleisch ist hochwertig: 100 Prozent Boeuf de Hohenlohe steckt drin. In schmucken Dosen reisen die Würste (à 125 Gramm) als Souvenirs in alle Welt, neuerdings auch als „Püppchen“, putzig-kleine Rindswürste mit zehn Gramm Gewicht.

Royaler Überflieger

Ein weiterer Frankfurter Metzger hat sich um eine köstliche Leberwurst verdient gemacht: Vom Fleischermeister Stephan Weiss und seiner Zeppelinwurst kündet noch heute das hübscheste Haus der Fressgass‘. Heute Eberts Suppenbar, stand dort die Wiege einer würzigen, groben Leberwurst im Zeppelinformat. Anno 1909 fand die Internationale Luftschifffahrt- Ausstellung in Frankfurt statt und der findige Fleischermeister Weiss erbat bei Ferdinand Graf Zeppelin die Erlaubnis, seine Kreation Zeppelinwurst zu nennen. Die Verkostung derselben dürfte zum Gefallen des Luftschifferfinders ausgefallen sein, denn „obgleich Seine Exzellenz sonst jeder Reklame abhold ist“, erhielt Weiss das gräfliche Plazet. Der Werbeslogan „Zum Abheben gut“ war schnell gefunden und auf dem Etikett prangte das Bild eines Zeppelins vor dem Kaiserdom. Die würzige Leberwurst gehörte alsbald und wohl nicht ganz zufällig zur Bordverpflegung der Zeppeline. Heute hat Metzgermeister Michael Ebert das Exklusiv-Recht zur Herstellung der Zeppelinwurst, die nur in den Ebert-Shops an der Großen Eschenheimer Straße und der Fressgass’ erhältlich ist.

Der Weg zu einer Wurst aus gutem Hause ist in der Mainmetropole nie sehr weit. In der City wie in den Sachsenhäuser Apfelweinlokalen liegen Würste aller Art hoch im Kurs und sind wesentlicher Bestandteil der traditionellen Ebbelwei-Cuisine. Was wäre eine Schlachtplatte ohne Blut- und „Lewwerwurst“ (Leberwurst) auf einem Berg Sauerkraut? Wird diese Krönung der Frankfurter Küche zum Apfelwein in den Sachsenhäuser Lokalen aufgetragen, kennen – vor allem die asiatischen – Reisegruppen kein Halten mehr. Dann werden die Selfiesticks hervorgeholt, klicken die Handykameras im Rhythmus der kichernden Gäste, die tapfer an Rippchen und Würsten säbeln.

Nicht nur Frankfurter Würstchen treten stets paarweise auf, sondern auch unsere Cover-Girls Nina und Julia Meise stehen am liebsten zu zweit vor der Kamera oder auf der Bühne. Die schönen Zwillinge waren sofort Feuer und Flamme für unsere Hommage an die Wurst und wie man sieht, hatten sie viel Spaß bei unserer Tour zu den Hotspots für echten Frankfurter Wurstgenuss.

THE FRANKFURTER dankt Models und Machern für diese äußerst appetitliche Fotostrecke!

 

Text: Barbara Goerlich

Fotos: Nikita Kulikov  www.nikita-kulikov.de

Models: Meise Zwillinge www.meisezwillinge.de

Make Up Artist: Annika Nolepa www.annika-makeupartist.de

Fashion: Allure Frankfurt www.allurefrankfurt.com

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