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Der Trend zum Turm
von Laurence Opp
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Der Trend zum Turm

Spektakuläre Aussichten aus hoch gelegenen Stockwerken haben bisher nur Bürotürme ermöglicht. Mit den Wolkenkratzern, die im Herzen von Frankfurt aus dem Boden schießen, sind diese Zeiten allerdings vorbei. Für die neue Lust am Wohnturm gibt es natürlich noch viele andere Gründe. Und ein Gebäude verdeutlicht diese in besonders eindrucksvoller Weise: der Henninger Turm auf dem Sachsenhäuser Berg.

Text: Andrea Möller

Text: Actris Immobilien, Michael Faust, Westend Living

Der Trend zum Turm

Spektakuläre Aussichten aus hoch gelegenen Stockwerken haben bisher nur Bürotürme ermöglicht. Mit den Wolkenkratzern, die im Herzen von Frankfurt aus dem Boden schießen, sind diese Zeiten allerdings vorbei. Für die neue Lust am Wohnturm gibt es natürlich noch viele andere Gründe. Und ein Gebäude verdeutlicht diese in besonders eindrucksvoller Weise: der Henninger Turm auf dem Sachsenhäuser Berg.

Henninger Turm, Grand Tower und Onyx heißen die neuen Mitglieder der Hochhausfamilie in Frankfurt. Mit diesen Gebäuden, die zurzeit oder während der nächsten Jahre in den Himmel wachsen, macht die Mainmetropole ihrem Ruf als Hochhausstadt alle Ehre. Es handelt sich aber nicht um Büro-, sondern um Wohntürme. Und das ist eine relativ neue Entwicklung – zumindest in Deutschland. In Asien und Amerika dagegen lebt die zahlungskräftige Bevölkerung schon seit Jahrzehnten in Wolkenkratzern. Und in New York City, der Hochhausstadt schlechthin, kauft sich der internationale Geldadel in die zentral gelegenen Wolkenkratzer ein.

Gerade der Standort gilt als Ursache dafür, dass Wohntürme in Deutschland so lange mit Verachtung gestraft wurden. Die in den Sechziger- und Siebzigerjahren errichteten Hochhäuser lagen ja größtenteils in Randgebieten. Zudem handelte es sich um industriell vorgefertigte Massenware ohne nennenswerten Komfort. In diesen Plattenbauten kamen in möglichst kurzem Zeitraum möglichst viele Menschen unter – von Lebensqualität keine Spur. Weshalb es nicht weiter erstaunlich ist, dass sie schnell als Wohnsilos verschrien waren.

Damit hat die aktuelle Generation von Wohntürmen allenfalls die Höhe gemein. Sie wachsen in begehrten innerstädtischen Vierteln aus dem Boden. Bekannte Architekten reißen sich darum, sie entwerfen und umsetzen zu dürfen, während die Bauherren mit hochwertiger Ausstattung locken. Indem sie das Wohnen in den Türmen neu definieren, haben sie eine Renaissance eingeleitet, die in vielen deutschen Großstädten zu spüren ist.

Stolz auf die Skyline

Dass in Frankfurt mit die meisten Wohngiganten entstehen, hat gleich mehrere Gründe: „Erstens gibt es in Deutschland keine andere Stadt mit einer vergleichbaren Hochhaustradition“, sagt Mark Gellert, Pressesprecher des Planungsdezernats. „Die Frankfurter sind stolz auf ihre Skyline und identifizieren sich damit.“ Es sei also verständlich, dass die neue Lust am Wohnturm hier größere Ausmaße annehme. „Zweitens ist Frankfurt eine Stadt mit wenig Fläche und viel Zuwachs.“ Deshalb biete es sich an, dass man verdichtet baue, und die dichteste Form des Bauens sei ein Hochhaus. Nicht zuletzt hat das Stadtplanungsamt in der Vergangenheit die Weichen dafür gestellt.

Der sogenannte Hochhausentwicklungsplan definiert mehrere Cluster, die als Standorte für Wohntürme infrage kommen. Schließlich lässt sich nicht in jeder ausreichend großen Baulücke ein Hochhaus aus dem Boden stampfen. „Frankfurt ist so strukturiert, dass die weniger zentralen Stadtteile einen eher dörflichen Charakter haben“, erklärt Gellert. Dort würden Wohntürme nicht ins Stadtbild passen. Es habe Diskussionen über Hochhäuser am Riedberg gegeben. Bewohner und Ortsbeirat seien jedoch strikt dagegen gewesen. Anders sieht es im Bankenviertel aus, in dem sich der größte Cluster befindet. Auf dem einstigen Metzler-Areal in der Gallusstraße 16–18 beispielsweise plant Projektentwickler Tishman Speyer, von dem bereits Messe-, Opern- und TaunusTurm stammen, ein laut Gellert besonders interessantes Projekt: „nämlich das erste vertikal gemischt genutzte Hochhaus in Deutschland“. Was genau damit gemeint ist? Über den unteren Geschossen mit Gastronomie und Einzelhandel kommen einige Stockwerke mit Büros, dann einige mit Wohnungen und wieder einige mit Büros. In Deutschland sei das ein echtes Novum, in den USA dagegen städtebauliche Norm.

Gebäude und Skulptur

Der in vielen Augen spektakulärste Wohnturm Frankfurts entsteht allerdings auf der gegenüberliegenden Seite des Mains. Im südlichen Sachsenhausen schreiten die Bauarbeiten am neuen Henninger Turm zügig voran. An gleicher Stelle hatte schon der Vorgänger seinen angestammten Platz. Wohnungen suchte man in dem 1961 eröffneten Gebäude mit der markanten Silhouette natürlich vergebens. Henninger Bräu hatte es ja als Getreidesilo errichten lassen. Allgemein zugängliche Bereiche gab es trotzdem – nämlich die Gaststätte im Erdgeschoss sowie das Drehrestaurant im 28. Obergeschoss, das sich vom Start weg zu einer wahren Sensation entwickelte. Von dort aus konnte das Publikum einen 360-Grad-Blick auf das Frankfurt der Wirtschaftswunderzeit werfen und dabei die neuen Annehmlichkeiten genießen.

Weltruhm erlangte das Hochhaus aber durch etwas, das sich am Boden abspielte: das Radrennen „Rund um der Henninger Turm“. Als deutsche Radsportgrößen wie Kai Hundertmarck mit letzter Kraft über die Ziellinie fuhren, brachen die versammelten Zuschauer in frenetischen Jubel aus. Durch solche und andere emotionale Ereignisse ist der Henninger Turm im Gedächtnis nicht nur vieler Sachsenhäuser, sondern auch Frankfurter verankert. Doch der Zahn der Zeit machte dem beliebten Wahrzeichen zu schaffen, und 2013 rückten Bauarbeiter an, um das Gebäude abzureißen.

Seit Mitte 2014 wächst das schmerzlich vermisste Landmark erneut in die Höhe – und zwar als Wohnturm. Mit seinen 140 Metern überragt er den Vorgänger um beachtliche 20 Meter. Und wie sieht es mit der einzigartigen Silhouette aus? Dank „Meixner Schlüter Wendt“, mehrfach prämierten Architekten aus Frankfurt, erinnert das Design an den Ursprung und setzt zugleich neue Maßstäbe. Somit präsentiert sich das Hochhaus als reizvolle Verbindung von gestern und heute: „Das Charakteristische haben wir beibehalten“, erklärt Claudia Meixner, „den Schaft und darauf den leicht versetzten Zylinder. Für den Schaft haben wir individuelle Wohnwelten entworfen und mit einem zeitgenössisch gestalteten Fass abgeschlossen.“ An die Stelle des einfachen Kubus‘ ist eine pixelartige Fassade getreten, die durch Wintergärten und Panoramabalkone in den Appartements entsteht.

Der skulpturale Turm hält aber nicht nur Highlights für Bewohner, sondern auch für Besucher bereit. Wie schon das alte wird auch das neue Gebäude über ein Restaurant in luftigen Höhen verfügen. Und damit kann in Frankfurt kein anderer Wohntum aufwarten. Als Betreiber des Projekts fungiert Christian Mook, den viele bereits aus „Mon Amie Maxi“, „Zenzakan“ und „Surf’n Turf“ kennen. Im Henninger Turm empfängt er seine Gäste auf zwei Etagen: Während sich das rundum verglaste Panoramarestaurant im 39. Stockwerk befindet, liegt die halbüberdachte Außenterrasse eine Etage tiefer. Den grandiosen Fernblick kann das Publikum von beiden Stockwerken aus genießen. Das gilt auch für die Gerichte, die Chefkoch Frank Möbes am Kitchen-Counter zubereiten wird. „Wir wollen deutsche und regionale Klassiker auf frische Art interpretieren“, erklärt Mook das kulinarische Konzept. „Unsere Shortlist umfasst schon mehr als 500 Gerichte, die teilweise in Vergessenheit geraten sind.“

Doch für Bewohner und Besucher hält der Henninger Turm noch weitere Angebote bereit. Da wären zum Beispiel das moderne Brauereilokal mit Terrasse im Erdgeschoss und viele Geschäfte um das Gebäude herum. Auf 12.000 Quadratmetern Gewerbefläche wird es ein Scheck-In-Center von Edeka geben, außerdem einen Aldi Süd, eine dm-Drogerie, eine Apotheke und einen Frisör. Hinzu kommt die Marke „Elements“ mit einem geräumigen Fitness- und Wellness-Studio samt Swimmingpool auf der Dachterrasse. Mit dieser Infrastruktur hat der Henninger Turm, der zudem über einen Concierge verfügt, Vorbildcharakter für viele andere Hochhäuser, die in den nächsten Jahren die Frankfurter Skyline erweitern.

Hoch, höher, am höchsten

Zum Wunsch nach Wohnen mit Skylineblick trägt auch eine ganze Reihe von Gebäuden im boomenden Europaviertel bei. Der „Grand Tower“ zieht dort die größte Aufmerksamkeit auf sich. Schließlich handelt es sich um den höchsten Wohnturm Deutschlands. 172 Meter soll der von Magnus Kaminiarz & Cie. geplante Gigant in den Himmel ragen. Er liegt in direkter Nachbarschaft zum Skyline Plaza mit seiner geschwungenen Fassade. „Von diesem Einkaufszentrum profitieren die künftigen Bewohner natürlich. Doch ansonsten hatte es auf unseren Entwurf keinen Einfluss“, so Kaminiarz. „Der Grand Tower ist ein Solitär, der sich vom städtebaulichen Konglomerat abhebt.“ Die Höhe spielt dabei eine genauso große Rolle wie der rautenförmige Grundriss, für den sich der Architekt nicht etwa aus persönlicher Vorliebe entschieden hat. „Heute müssen alle Hochhäuser einem Jahrhundertsturm standhalten können. Und der Grundriss des Gebäudes ist so entwickelt, dass es den Hauptwindrichtungen möglichst geringe Angriffsflächen bietet.“ Neben der Sicherheit der künftigen Bewohner spielt auch deren Lebensqualität eine große Rolle. Deshalb verfügen die rund 400 hochwertig ausgestatteten Appartements über Loggien für einen ungehinderten Blick in Freie. Außerdem plant Kaminiarz auf den 47 Etagen mehrere gemeinschaftlich nutzbare Orte. „Dadurch schaffen wir erweiterten Wohnraum über die Appartements hinaus.“

Exklusives Wohnen im Westend

Das gilt auch für das „Onyx“ im Westend, denn rund um das Gebäude erstreckt sich der größte private Garten im Viertel. Das Hochhaus selbst orientiert sich am Art-déco-Stil und bildet dadurch eine gestalterische Verbindung zwischen der heutigen Zeit und den Architekturdenkmälern, die den Stadtteil schon vor dem Krieg geprägt haben. Der Namenszusatz „First Class Living Westend“ lässt erahnen, dass das Gebäude mit seinem 15 Stockwerken und 27 Appartements nicht nur außen viel zu bietet hat. Bereits im Januar 2014 war das „Onyx“ durch Frankfurts teuerste Eigentumswohnung in aller Munde: Sie kostete 6,4 Millionen Euro. Durch erstklassige Materialien für den Innenausbau, belüftete Klimadecken und erhöhten Schallschutz sowie ein intelligentes Sicherheitssystem liegt schon die Grundausstattung über dem Standard. Vom Service ganz zu schweigen: „Wir beziehen uns sowohl im Baustil als auch mit dem Concierge auf die Goldenen Zwanziger“, sagt Dr. Daniel Korn, Geschäftsführer des Bauträgers, der KSW Verwaltungsgesellschaft. Und wie es sich für einen echten Vertreter seiner Zunft gehört, hat der Concierge ein wachsames Auge auf die Anlage. Außerdem erledigt er Botengänge, übernimmt Reservierungen und ist überhaupt die gute Seele des Hauses. „Der Trend zu mehr Service rund ums Wohnen ist sehr stabil“, weiß Korn. Bei all diesen Vorteilen ist es kein Wunder, dass die Frankfurter eine neue Lust am Wohntum verspüren.

Wiedergeburt eines Wahrzeichens

Mit dem neuen Henninger Turm erhalten die Frankfurter ein Gebäude zurück, das tief in ihrer Stadtgeschichte wurzelt. Investor und Bauträger Actris schafft damit anspruchsvollen Wohnraum und lebenswertes Umfeld. Jörg Janson, zuständiger Projektleiter, über einige Highlights.

Warum haben Sie sich entschieden, den neuen Wohnturm nach dem Vorbild des alten Getreidesilos zu errichten?

An den Henninger Turm ist nicht nur eine lange Historie geknüpft. Viele Menschen sind mit dem Gebäude über ihre Lebensgeschichte auch persönlich verbunden. Als weit über Sachsenhausen und die Grenzen von Frankfurt hinaus bekanntes Landmark ist der Henninger Turm zudem ein Synonym für die Dynamik der Stadt. Zu Recht sind viele Sachsenhäuser stolz auf dieses Gebäude, das mit seiner charakteristischen Silhouette die Frankfurter Skyline so markant prägt. All das wollen wir fortführen.

Inwiefern leistet der Henninger Turm einen Beitrag zur immer wichtigeren ökologischen Bauweise?

Das Energiekonzept umfasst vom eigenen Geothermiefeld über die hochgedämmte und hinterlüftete Natursteinfassade bis hin zur effizienten Wärmerückgewinnung der Lüftungsanalage eine Vielzahl an baulichen und technischen Maßnahmen. Damit schaffen wir hohen Wohnkomfort bei nachhaltiger Wirtschaftlichkeit. So gewinnen wir beispielsweise mit dem Geothermiefeld und seinen 122 Erdsonden rund 25 bis 30 Prozent unseres Wärmebedarfs durch Erdwärme. Gleichzeitig nutzen wir das Feld im Sommer zur Kühlung.

Auf 40 Etagen wird es 209 Wohnungen geben. Welche Highlights halten die Appartements bereit?

Hinter der Natursteinfassade, die mit ihren versetzt angeordneten Balkonen und Wintergärten die unverwechselbare Form des Turmes betont, finden sich individuell gestaltete Wohnwelten. Über die bodentiefen Fenster – teilweise handelt es sich um Panorama-Fenster – können die künftigen Bewohner in allen Himmelsrichtungen und von morgens bis abends das natürliche Tageslicht genießen. Die Ausstattung lässt ebenfalls keine Wünsche offen: In den Appartements verbinden sich puristisches, zeitloses Design und ausgewählte Materialien.

Warum haben Sie sich entschieden, im Fass wieder ein Lokal unterzubringen?

Das Restaurant war jahrzehntelang ein besonderer Anziehungs- und Aussichtspunkt und weit über Frankfurt hinaus bekannt. Der Ausblick auf die Skyline, den Main, den Taunus und bei gutem Wetter auch auf Spessart und Odenwald lässt sich als einzigartiges Erlebnis beschreiben. So wie wir den Henninger Turm in seiner bekannten Form fortführen wollten, ist es uns auch wichtig, der Öffentlichkeit weiterhin die Freude an diesem Panorama zu bieten.

Warum hat Christian Mook den Zuschlag für das Restaurant erhalten?

Christian Mook ist stark mit Frankfurt verbunden und unweit des Henninger Turms aufgewachsen. Eigenen Erzählungen zufolge ist er als kleiner Junge mit seinem roten Rennrad häufig den Sachsenhäuser Berg hinaufgeradelt. Das ist zwar charmant, entscheidend waren dann aber doch seine langfristigen Erfolge. Über viele Jahre hat er in Frankfurt mit seinen Restaurants bewiesen, dass er anspruchsvolle Küche in unterschiedlichen Konzepten umsetzen kann.

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