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Atelier Frankfurt

Atelier Frankfurt – Ein Domizil für die Kunst

Durch die zunehmende Gentrifizierung und rasant steigenden Mieten stehen Kunst- und Kulturschaffende in Frankfurt immer häufiger vor der Frage, ob die Mainmetropole auch in Zukunft ein bezahlbarer Standort für sie bleibt. Kunsthistorikerin, Kuratorin und Galeristin Heike Strelowsprach mit Corinna Bimboese, Direktorin des Atelier-frankfurt e.V., über die Herausforderungen, mit denen sich Initiativen für bezahlbare Atelierräume konfrontiert sehen.

Sie leiten eines der größten Atelierhäuser Deutschlands. Das Atelierfrankfurt beherbergt auf 11.000 Quadratmetern im Frank­furter Ostend 200 Künstler und Kreative. Das Viertel wächst und wächst, die Immobilienpreise steigen beständig. Wie ist es Ihnen unter diesen Umständen gelungen, ein so großes Zentrum für Kunst und Kultur an einem so angesagten Ort zu platzieren?

Das Ostend entwickelt sich zu einem „place to be“. In dem immer noch stark industriell geprägten Viertel verbinden sich Werbeagenturen, die EZB sowie kulturelle Institutionen wie das Ensemble Modern, der Kunstverein Familie Montez oder die Galerie Morgen zu einer einzigartigen Mischung. Weil das Viertel so „gehyped“ und durch zahlreiche städtebauliche Maßnahmen „aufgewertet“ wird, werden die Mieten immer teurer. Ohne die Unterstützung vom Hauseigentümer Michael Loulakis und dem Frankfurter Kulturamt könnte sich der gemeinnützige Verein Atelierfrankfurt einen solchen Standort nicht leisten. Künstler brauchen Organisationen wie das Atelierfrankfurt, die bezahlbare Atelierräume in der Innenstadt erhalten und verwalten.

Die Bedeutung der Kreativwirtschaft und der Künstler für Kommunen wird öffentlich sehr häufig betont. Doch wie sieht die Realität aus? Können Sie aus Ihrer langjährigen Erfahrung als künstlerische Direktorin des Atelierfankfurt bestätigen, dass in Politik und Wirtschaft die Wichtigkeit der Erhaltung und Etablierung von Atelierhäusern erkannt worden ist?

Das ist eine komplexe Frage. Es gibt einige Dezernate in Frankfurt am Main, wie das Kulturamt, die die Bedeutung von Offspaces und der freien Szene für das Image der Stadt erkannt haben. Dies ist aber durchaus noch ausbaufähig. Die Wirtschaft fördert meiner Meinung nach zu sehr die kulturellen Leuchttürme. Ich würde mir in dieser Hinsicht mehr Mut wünschen und dass auch alternative Projekte mehr gefördert werden sowie langfristige Partnerschaften entstehen können.

200 Künstler und Kreative unter einem Dach, das klingt nach großer Verwaltungsarbeit. Doch die Aufgabe des Teams des Atelierfrankfurt geht weit über die Vermietung der Atelierräume hinaus. Was müssen wir uns darunter vorstellen?

Die Verwaltungsarbeit ist nur ein Teil unseres Jobs, wenn auch ein sehr aufwendiger. Das Atelierfrankfurt organisiert jährlich fünf große Ausstellungen, diverse Künstlergespräche, Vorträge, Performances, Lesungen, Konzerte und vieles mehr. Wir entwickeln Kooperationen und Austauschprogramme mit anderen Institutionen im In- und Ausland. Atelierfrankfurt versteht sich als ein Kunstzentrum, in dem ein interdisziplinäres Angebot stattfindet und experimentelle künstlerische Produktionen und Prozesse einem breiten Publikum kostenfrei dargeboten werden. Als gemeinnütziger Verein empfinden wir es als unsere gesellschaftliche Pflicht, möglichst vielen Menschen einen Zugang zu Kunst und Kultur zu ermöglichen und Berührungsängste abzubauen.

Intern sehen wir uns zudem als Kommunikator und Schnittstelle zwischen den Künstlern und Kreativen, beraten, knüpfen Kontakte. Kein Arbeitstag gleicht dem anderen.

Wer sind die Künstler und Kreativen, die sich im Atelierfrankfurt angesiedelt haben?

Die Spanne reicht von bildenden Künstlern über Theatermacher, Performance-Künstler und Theoretiker bis zu Designern, Galerien, einem Verlag und einer hauseigenen Kantine.

Gibt es auch die Möglichkeit, die Ateliers zu besuchen? Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Frankfurter gerne sehen und erleben wollen, was im AtelierFrankfurt von den Künstlern und Kreativen alles geschaffen wird.

Wir veranstalten jedes Jahr Mitte November ein Wochenende lang die OPEN STUDIOS, an denen alle Ateliers besichtigt werden können. Die Besucher erhalten so eine direkte Einsicht in die Arbeitsweise von Künstlern und Kreativen und können auf eigene Faust die rund 11.000 Quadratmeter des Atelierfrankfurt erkunden. Bei Interesse bieten wir zusätzlich auch private Führungen und Atelierbesuche an.

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