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JAPAN - AN INSPIRATIONAL JOURNEY

Wenn es ein Land gibt, auf das die Beschreibung facettenreich zutrifft, dann ist es wohl Japan. Nirgendwo sonst treffen Fortschritt und Tradition, High-Tech und Natur, Avantgarde und Jahrtausende alte Kultur auf solch spannende Weise zusammen. Auf unserer Reise nach Tokyo, Kyoto und Osaka haben wir versucht, diese einzigartige Vielfalt bestmöglich einzufangen. Das Ergebnis: ein hoffentlich gelungener Reisebericht sowie eine von japanischer Ästhetik inspirierte Ausgabe von THE FRANKFURTER.

Ausgabe: 01/2020

Text: Natalie Rosini

Bilder & Video: Nazariy Kryvosheyev

TOKYO

Tokyo ist im Grunde keine Stadt. Es ist eine Welt für sich. Ein unwirkliches Universum, in dem Raum ist für unglaublich viele Menschen, ungeheuerlich große Verkehrsströme, unfassbar imposante Architektur, nie gesehene Formen der Mode, der Kunst, der Technologie, der Selbstinszenierung. An kaum einem anderen Ort auf der Welt scheint das Leben so heftig zu pulsieren, die Zeit so rasend zu verstreichen. Autos, Neonlichter, Glasfassaden, Einkaufstempel, dann wieder kleine Gassen, alte Ladengeschäfte, Tempel, Suppenküchen und Teestuben, charmante Boutiquen und Cafés, Marktstände und überall Essen, Essen und noch mehr Essen. Streetfood, Sterneküche, Burger, Ramen, Dunkin Donuts, Sushi - die Japaner scheinen den lieben langen Tag aufnahmebereit für die unterschiedlichsten Speisen und Getränke zu sein. Klassenübergreifend, wie sonst eher unüblich im streng reglementierten und hierarchischen Miteinander.

Laute, schrille, volle Super-Metropolen gibt es viele auf der Welt. Was macht Tokyo da so besonders? Das kapiert man spätestens, wenn man hoch über der weltweit meistfotografierten Kreuzung auf der Shibuya Sky Platform steht und hinabblickt auf das Chaos, das irgendwie keins ist. Der Verkehr, das kontinuierliche bunte Flimmern der überdimensionalen Werbebildschirme, die Menschenströme, all das scheint auf eine wundersame Weise im Fluss zu sein. Die Massen, die Fahrzeuge wirken treibend, nicht getrieben. Harmonisch. Das ist in der Tat einzigartig. Irgendwie so… Zen.

 

Und wenn man dann das angrenzende Viertel Harajuku erkundet, wird einem klar, dass Tokyo auch in Sachen Trends und Avantgarden eine Ausnahmeerscheinung ist: Im von Touristen, Journalisten und Bloggern aus aller Welt überrannten Epizentrum von Jugendkultur, Mode und Streetart erlebt man live, was man vielleicht schon in Dokumentationen gesehen und nicht für möglich gehalten hat: junge Frauen in knappen Schuluniformen, die aussehen, als seien sie einer Anime-Serie entschlüpft, androgyne jungen Menschen - Mädchen oder Junge, das weiß man nicht genau - in Superhelden-Kostümen, in Couture, in Sportswear, mit roten, blauen, grünen, kunterbunten Haaren. Hier vereinen sich Subkultur und High Fashion, schön und grotesk, Kunst, Kommerz, Konsum. Das von den Japanern als „kawaii“ bezeichnete kindlich niedliche Schönheitsideal ebenso wie die düsteren Verfechter von Grunge und Gothic haben hier, auf der Hauptstraße Takeshita-dori mit ihren Einkaufstempeln und Kitsch-Läden, in denen bekanntermaßen auch Lady Gaga gerne mal stöbert, mit den Zuckerwatte- und Crêpe-Ständen, den Cafés, in denen man Katzen und Kaninchen streicheln kann, und den purikura-Fotokabinen, ihre Heimat.

 

 

Auf der angrenzenden Nobelmeile Omotesandō, der japanischen Antwort auf die Champs Elysées, und im eleganten Aoyama-Viertel mit seinen schönen Bäumen und Grünanlagen wiederum findet man das Who is Who internationaler Alta Moda, exklusive Kunstgalerien und edle Einrichtungsgeschäfte sowie einige der besten und spannendsten Restaurants des Landes. Ein Muss für jeden Gourmet ist ein Besuch im Narisawa! Sternekoch Yoshihiro Narisawa zaubert mit seiner modernen „Satoyama Cuisine“, benannt nach den ursprünglichen japanischen Kulturlandschaften und Wäldern, wahrhaft einzigartige lokale und naturbelassene Genüsse, die ihm ganz zurecht einen Dauerplatz unter den „50 World’s Best Restaurants“ bescheren. Frühzeitig reservieren!

Und beim Essen finden wir letztlich auch den vielleicht wichtigsten Unterschied, der Tokyo und ganz Japan vom Rest der Welt abhebt. Ganz gleich ob Haute Cuisine oder Streetfood – kulinarisch könnte die Vielfalt nicht größer sein. Dennoch wird Tag für Tag – sei es in den Garküchen oder im Gourmet-Tempel – Neues kreiert. Wir nennen das Culinary Cosmopolitism. Doch dazu später mehr aus Osaka, dem Mekka für spannende Food-Entdeckungen…

TOKYO MUST-SEE: DIGITAL ART MUSEUM

Wer wissen möchte, wie das Museum der Zukunft aussieht, bekommt hier Antworten. Auf 10.000 Quadratmetern sieht man hier, was eigentlich nicht ist: Animierte Kunstwerke, Videoinstallationen, Lichtskulpturen und Spiegeltricks täuschen quasi eine Ausstellung vor, die interaktiv auf Berührungen reagiert und die, würde man den Stecker ziehen, einfach verschwinden würde. Ein absolut einmaliges Erlebnis! Unbedingt weit im Voraus Tickets online sichern!

 

KYOTO

Mystische Wälder, Jahrtausende alte Bäume, sanfte Hügel, romantische Holzhäuser und prachtvolle Paläste, Tempelanlangen und Schreine, heiße Quellen, Wasserfälle und verwunschene Gärten – Kyoto, die einstige Hauptstadt, und die umliegenden Landschaften der Präfektur bieten ein wahrhaft magisches Kontrastprogramm zur Mega-City – und liegen dabei nur eine nicht einmal dreistündige Fahrt mit dem Schnellzug von Tokyo entfernt.

Hier wandeln wir auf den Spuren des ursprünglichen Kaiserreichs, erliegen dem Zauber der Geiko (wie die Geishas eigentlich heißen) und der Maiko (Geishas in Ausbildung) im altehrwürdigen Gion-Viertel, wohnen der traditionellen Teezeremonie bei, besuchen den legendären Fushimi-Inari-Taisha-Schrein am Fuße des Inariyama-Hügels mit seinen tausenden roten Torii-Schreintoren, den Tempel Kinkaju-ji, bekannt als Goldener Pavillon, in seiner anmutigen Naturkulisse am Ufer des Kyokochi-Teichs und das idyllisch in den Bergen gelegene Miyama mit seinen strohgedeckten Bauernhäusern. Wir übernachten im traditionellen Ryokan, baden in heißen Onsen-Quellen, verköstigen Sake (auch Nihonshu genannt), den aus den Bergen stammenden grünen Tee, unglaublich gutes Bier und natürlich die wunderbar vielseitige „produktverliebte“ und saisonale Regionalküche Kyo-Ryori.

Ganz tief in unsere Herzen gräbt sich schließlich die Schönheit von Arashiyama mit seinen bedeutenden Zen-Tempeln, der Togetsukyo-Brücke, den fruchtbaren Wäldern und unzähligen Kirschbäumen sowie natürlich mit den imposanten Bambushainen. Wer die Liebe der Japaner zu ihrer Natur begreifen möchte, sollte sich auf diesen Ort mit allen Sinnen einlassen, die saubere Luft atmen, den Duft der saftigen Vegetation in sich aufsaugen, die Weichheit von Moos und Blättern ertasten, den Stimmen der Wälder – und der Baumgeister – lauschen… Wir glauben, begriffen zu haben. Und sind ergriffen.

OSAKA

Osaka zählt zu den modernsten Städten des Landes und hält dennoch viel japanische Tradition und Kultur bereit. Sinnbild dafür ist die Burg, die in all ihrer historischen Pracht das Bild der sich ewig erneuernden und zukunftsträchtig schillernden Skyline von Osaka prägt. Was uns an der drittgrößten Stadt Japans aber besonders gefällt, ist das Nachtleben, genauer gesagt: die Ausgehkultur. Wir lassen die Universal Studios mal außen vor, ebenso das Aquarium, die Eiffelturm-Replik und die Liberty Statue sowie das Riesenrad auf dem Dach der HEP FIVE Mall und konzentrieren uns aufs Barhopping im abendlichen Lichter- und Soundgewirr der hippen Hafenstadt. Natürlich mit vielen, vielen Snackpausen!

Ideal für eine Tour durch Osakas Genusswelten sind die Gassen von Ura-Namba. In dem quirligen alten Viertel reihen sich ganz ursprüngliche und ultra-hippe Lokale aneinander. Dicht gedrängt an den Theken traditioneller Izakayas lassen wir uns hervorragende Craft Beers wie Minoh und das lokale Dotonbori schmecken. Auch so mancher stärkere Shot geht über die Theke, schließlich ist Osaka Heimat des weltberühmten Yamazaki Whisky.

Überhaupt ist die Theke Dreh- und Angelpunkt japanischer Kulinarik. Für uns ein im wahrsten Sinne gefundenes Fressen, lässt sich aus der begehrten Pole Position doch die Zubereitung so leckerer Spezialitäten wie Okonomiyaki aus nächster Nähe beobachten: Die für Osaka typischen Omeletts brutzeln auf der heißen Grillplatte (Teppan) und werden mit Kohl und zusätzlichen Zutaten wie Fleisch, Fisch, Bacon, Käse und allerhand anderer Leckereien sowie dunkler Sauce und Katsuobushi (getrockneten Bonitoflocken) serviert. Herrlich! Bei Ajinoya nahe der Dotonbori Arcade soll es übrigens die besten der Stadt geben.

Ein weiteres typisches Osaka Must-Eat sind Takoyaki, und für diese schwören Experten ebenfalls auf ein Restaurant in Dotonbori: Im Kukuru Main Shop werden die frittierten Teigbällchen mit Oktopus-Füllung genauso serviert, wie sie sein müssen, nämlich außen knusprig und innen fluffig und weich, so dass der Tintenfisch schön saftig und zart bleibt. Auch Kushikatsu, das sind frittierte Spieße aus Fleisch, Meeresfrüchten oder Gemüse in einer goldgelben Panade, gehören zu den Signature Dishes in Osaka, ebenso wie alle Arten von Ramen sowie natürlich Sushi und Sashimi. Tipp: Fisch- und Meeresfrüchte-Fans sollten unbedingt auch eine Tapas-Tour im „Bauch von Osaka“, dem Kuromon-Markt, machen, wo alle Köche der Stadt – vom Sterne-Chef bis zum Streefood-Händler – ihre fangfrischen Zutaten erhalten und selbst die eine oder andere Pause bei Bier und Snacks einlegen. Das lieben wir so an Osaka. Diese ungezwungene Art und Weise, auf die man an Markt- und Straßenständen, in kleinen überfüllten Garküchen und einfachen Lokalen die spannendsten kulinarischen Entdeckungen machen kann und so Land und Leuten näher kommt. Das gibt es so kein zweites Mal! Und ist für uns ein Grund, immer wieder hierherzukommen. Schließlich geht Liebe ja bekanntlich durch den Magen…

RELAX-TIP: HILTON ODAWARA RESORT & SPA

Auf unserem Rückweg nach Tokyo entdeckten wir dieses herrliche Resort, das perfekt ist, um nach einer ereignisreichen Reise zu entspannen. Nur 35 Minuten mit dem Shinkansen von der Hauptstadt entfernt bietet das idyllisch zwischen Hakone Hills und Sagami Bay gelegene Hotel erstklassige Küche, Wellness und jeglichen Komfort.

www.hilton.com

Japan muss man sehen, fühlen, riechen und schmecken. Das haben wir. Mehrfach. Und doch bleibt das Land der aufgehenden Sonne ein geheimnisvoller Ort. Das bestätigen auch Menschen, die hier seit vielen Jahren leben. Und das ist vielleicht auch das, was uns an dieser Kultur so fasziniert. Was Kreative aus allen Bereichen von Architektur über Mode bis hin zur zeitgenössischen Kunst reizt. Wir können Japan zitieren, so wie wir es in dieser Ausgabe von THE FRANKFURTER tun. Wir sollten aber niemals einen Anspruch auf Authentizität erheben. So kann aus jahrtausendealtem Erbe Neues entstehen. Da hat Stilikone Nicola Formichetti ganz recht, wenn er sagt: „Japan, for me, will always be my inspiration source.“

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